Veröffentlichung einer Umfrage unter den Studierenden zeigt Defizite an der Leipziger Uni auf

Am Dienstag veröffentlichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die 11. Studierendensurvey. Über 8000 Studierende nahmen an der Befragung zu Studium und Lehre im Wintersemester 2009/10 teil. Die Umfrage bestätigt Defizite, die bereits bekannt waren, auf die jedoch noch zu wenig eingegangen wird.

Viele Studierende fühlen sich nicht von der Schwierigkeit des Lernstoffes, sondern von der Menge und vor allem der Anzahl der Prüfungen überfordert. Nur knapp ein Fünftel der Studierenden ist der Ansicht, dass die Prüfungssysteme überhaupt auf die Lehrinhalte abgestimmt sind. Etwas mehr didaktisches Geschick sei zwar in den Lehrveranstaltungen selbst vorhanden, doch auch hier sind die Defizite sehr hoch. Vor allem werden die Studierenden durch strikte Reglementierungen und eng getaktete Prüfungsanforderungen unter Druck gesetzt

“Die Prüfungsdichte ist zu hoch, Modulziele sind nicht klar definiert oder die Prüfungen
entsprechen nicht dem eigentlichen Studienziel. Zudem ist u.a. die Beratung, gerade vor
Aufnahme des Studiums und die Betreuung während des Studiums völlig unzureichend. Die Studie macht erneut deutlich, dass wir dringend eine Reform der derzeitigen
Studienbedingungen und des Beratungsangebotes benötigen” so Mirco Knof, Referent für
Studium und Gremienarbeit des StudentInnenRates der Universität Leipzig (StuRa).

Große Mängel offenbart der Studierendensurvey auch bei der Betreuung der Studierenden.
Viele fühlen sich hier im Stich gelassen, über 70% der Befragten wünschen sich mehr
Ansprechpartner innerhalb der Universität. Denn gerade diejenigen, die häufigen
Kontakt zu Lehrpersonal haben, spüren weniger Leistungsdruck und haben weniger Sorge ihr Studium zu schaffen. Jenny Kunhardt, Sprecherin des StuRa hält es für bedenklich, dass das soziale Verantwortungsbewusstsein an der Uni nur eine untergeordnete Rolle spielt.
 
“Es nützt nichts die Probleme zu kennen, aber nichts zu tun um sie zu beheben. Wir brauchen daher schnellstens eine Problemlösungsstrategie, welche gemeinsam in Angriff genommen wird, um die Studiensituation zu verbessern. Hierbei müssen die Studierenden einbezogen werden, denn sie sind diejenigen, welche unter der derzeitigen Belastung leiden,” fordert Kunhardt deutlich.