Verschollengeglaubte Skulpturen kehren zurück an Leipziger Universität

Sie galten lange Zeit als verschollen: Die Regententugenden „Weisheit“ und „Gerechtigkeit“ – wurden im Jahr 2002 durch den Denkmalpfleger Dr. Alberto Schwarz im Gipslager des  Bundesverwaltungsgerichts in der Harkortstraße aufgefunden.

In den Bergungslisten, die anlässlich der Sprengung von Universitätshauptgebäude und Universitätskirche 1968 erstellt wurden, waren zunächst noch alle vier Figuren aufgeführt, dann galten zwei der Figuren ab 1993 als Verlust. Sie wurden versehentlich bei den zum Gebäude
gehörenden Reichsgerichts-Gipsmodellen eingelagert.

Bei den Skulpturen handelt es sich um zwei der insgesamt vier sogenannten „Regententugenden“. Es sind lebensgroße, aus Gips gefertigte Stuckfiguren – Personifikationen der Tugenden Frömmigkeit, Gerechtigkeit, Milde und Weisheit.

Sie wurden 1832 für ein Denkmal für Friedrich August I. (den Gerechten/1750-1827) angefertigt. Sie dienten als Gussmodelle für ein Bronze-Denkmal für den verstorbenen Sächsischen König, aufgestellt 1843 im Innenhof des Zwingers in Dresden.

Anlässlich des 600jährigen Universitätsjubiläums werden die Skulpturen der Universität zurückgegeben. Nach der Übergabe werden die Kunstwerke einer Restaurierung durch die Diplomrestauratorin Daniela Arnold unterzogen. Nach der Fertigstellung erfolgt die Wiederaufstellung im Neuen Augusteum.