Verurteilungsstatistik 2008

Justizminister Geert Mackenroth hat die Strafverfolgungsstatistik 2008 vorgestellt. So mussten sich rund 60.000 Menschen vor sächsischen Strafgerichten verantworten. Das ist ein historischer Tiefstand.

Justizminister Mackenroth: „Zahlen lügen nicht: Die ganz überwiegende Zahl der Menschen in Sachsen ist gesetzestreu. Die Anzahl der Verurteilungen geht stetig zurück und die Strafverfolgungsbehörden leisten gute Arbeit. In Sachsen lässt es sich nach wie vor gut und vor allem sicher leben.“

Im Jahr 2008 mussten sich exakt 59.961 Menschen vor sächsischen Strafgerichten verantworten. Das ist ein historischer Tiefstand. So standen 1998 noch 71.703 Männer und Frauen vor Gericht. Im Jahr 2003 waren es immerhin noch 69.988, also rund 10.000 mehr als 2008.

Trotz des stetigen Bevölkerungsrückgangs in Sachsen weisen die Zahlen auch aus, dass das Verhältnis der Zahl der Verurteilten zur Bevölkerung insgesamt weiter rückläufig ist. Von den 59.961 Personen, die im Jahr 2008 vor sächsischen Strafgerichten standen, wurden 46.868 verurteilt (78,2 %).

Dem stehen 2.627 Freisprüche entgegen (4,4%). In den übrigen Fällen erfolgte eine gerichtliche Einstellung des Verfahrens ohne Urteil. Der Anteil der Frauen an den Verurteilten ist 2008 allerdings gestiegen und betrug mit 10.927 nahezu ein Fünftel (18,2 %) aller Fälle.
 
Im Jahr 1998 waren es dagegen nur 11,4%. Verurteilungen junger Menschen. Unter das Jugendstrafrecht fielen 2008 insgesamt 5.011 Personen. Damit war in den vergangenen fünf Jahren der Anteil der nach Jugendstrafrecht Verurteilten weiter rückläufig. 2003 betrug ihr Anteil noch 12,3 % und sank bis 2008 auf 10,7 %.

Dies wertete Staatsminister Mackenroth als positives Indiz für einen Rückgang der Jugendkriminalität. Bei den Heranwachsenden (Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren) haben die sächsischen Strafrichter in einer Mehrheit der Fälle nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt (50,3 %).
 
„Der immer wieder erhobene Vorwurf, die Heranwachsenden würden von den Strafgerichten zu milde und zu oft nach Jugendstrafrecht behandelt, trifft damit für Sachsen eindeutig nicht zu“, erläuterte der sächsische Justizminister.

Die Schwerpunkte der gerichtlich verfolgten Kriminalität lagen im Jahr 2008 bei den Vermögens- und Eigentumsdelikten (z. B. Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Untreue), die etwa die Hälfte aller Verurteilungen ausmachten (46,6%). Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Delikte im Straßenverkehr (z. B. Trunkenheit im Verkehr, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) wegen derer sich rund ein Viertel der Verurteilten (23,8%) zu verant-worten hatte. Rund jede siebente Verurteilung (14,4%) erfolgte wegen Straftaten gegen die Person (z. B. Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung, Sexualstraftaten). „Die Kriminalität junger Menschen weicht dabei deutlich von der Erwachsener ab“, sagte Mackenroth.

„Betrug und Untreue scheinen eher eine Domäne der Erwachsenen zu sein. Dagegen nehmen bei den Jugendlichen und Heranwachsenden die Verurteilungen wegen Diebstahls (29,8%) und Straftaten gegen Personen (29,4%) mit jeweils nahezu einem Drittel eine bedeutende Rolle ein“, erklärte der Minister.

In den vergangenen fünf Jahren unterlag die Zahl der Verurteilten wegen Tötungsdelikten nur geringfügigen Schwankungen. Eine Ausnahme bilden die Verurteilungen wegen fahr-lässiger Tötung im Straßenverkehr, die rückläufig sind. Im Jahr 2008 wurden in Sachsen 115 Personen wegen Tötungsdelikten verurteilt. 16 von ihnen nach Jugendstrafrecht. 12 Angeklagte wurden wegen versuchtem und 3 wegen vollendetem Mord und weitere 12 wegen Totschlags verurteilt.

In 76 Fällen erfolgte eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Allein 61 dieser Verurteilungen betrafen Straftaten im Straßenverkehr. 3 Personen erhielten Strafen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Wegen Sexualstraftaten verurteilten sächsische Gerichte im vergangenen Jahr 434 Personen. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Der Anteil ausländischer Personen an der Zahl der Verurteilten hat sich, wie in den vergangenen Jahren, auch 2008 spürbar verringert. Er erreichte mit 4.614 Personen, das entspricht 9,8 %, den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

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