Viadukt in Chemnitz-Rabenstein gesichert

Dresden hat sein bekanntes blaues Wunder, Chemnitz hat sein Rotes. So zumindest – nicht ganz ernst gemeint – bezeichnen die Rabensteiner ihr imposantes Viadukt.

Die Stahlkonstruktion hat sich über die Jahre rötlich gefärbt – daher stammt auch der Name. Das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern, denn das Viadukt soll, nach langem Warten endlich saniert werden.

Wer über Rabenstein nach Chemnitz will oder umgekehrt, dem ist es sicherlich bekannt – das Rabensteiner Viadukt. Eine beeindruckende Stahl-und Steinkonstruktion, die das Tal von Oberrabenstein und damit auch die Hauptstraße überspannt. Gut 100 Jahre steht die Brücke bereits – ein Zeugnis von damaliger Handwerkskunst. Ein Zeugnis, das aber auch, nach Meinung vieler, erhalten werden sollte und damit zwangsläufig saniert werden muss.

Keine Angst, einsturzgefährdet ist das Viadukt nicht, doch trotzdem besteht Handlungsbedarf an der Bausubstanz. Für dieses Vorhaben macht sich schon seit Jahren die Bürgerinitiative Rabenstein stark – nun steht die Realisierung in greifbarer Nähe.

Interview Gottfried Reuther – Unabhängige Bürgerinitiative Rabenstein e.V.

Immer wieder wurde das Vorhaben verschoben, gab es wichtigeres zu tun als das 1897 von italienischen Gastarbeitern erbaute Viadukt zu sanieren. Der genietete Fachwerkbau kann dabei auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Anfangs für den Güter-und Personenzugverkehr zwischen Wüstenbrand und Limbach genutzt, wurde der Eisenbahnverkehr 1950 eingestellt – die Schienen, wegen Stahlknappheit an anderen Hauptstrecken demontiert.

Allein dem hochwertigen Flussstahl des Trägers ist es zu verdanken, dass er heute noch steht, denn diese Demontage wäre zu teuer und aufwendig gewesen. So wurde das Viadukt 1986 unter Denkmalschutz gestellt und ist bis heute für den Fußgängerverkehr freigegeben. Jedoch wird aus Sicherheitsgründen nicht die volle Breite genutzt – ein Fakt, der sich künftig ändern soll.

Denn nach anfangs vier sind nun noch zwei Varianten für die Neugestaltung des Brückenkopfes übrig, die im Bauausschuss vorgestellt wurden.

Interview Gottfried Reuther – Unabhängige Bürgerinitiative Rabenstein e.V.

Heißt, die teurere Variante ist nach Ansicht des Bürgervereins und vieler Stadträte die bessere – Kostenpunkt rund 1,1 Millionen Euro. Variante zwei mit Beton ist auch vom Denkmalschutz abgesegnet und würde etwa 100.000 Euro weniger kosten. Die Planungen laufen bereits – nun muss der Stadtrat entscheiden, welche Variante umgesetzt wird.

Geht alles glatt, könnte bereits in ein bis zwei Jahren mit der Sanierung begonnen werden. Doch bis dahin wollen die Rabensteiner und alle Viaduktfreunde nicht untätig sein.

Interview Gottfried Reuther – Unabhängige Bürgerinitiative Rabenstein e.V.

Außerdem dürften für diese Sanierung auch Fördermittel fließen – in welcher Höhe ist jedoch noch nicht bekannt.

Die Zukunft dieses imposanten 19 Meter hohen und 150 Meter langen Viaduktes dürfte mit dem Bauvorhaben aber gesichert sein und gemeinsam mit Burg und Stausee auch weiterhin für ein attraktives Rabenstein stehen.

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