Videobeweis soll Schiris unterstützen

Leipzig – Ein sogenannter „Video-Assistent“ soll zukünftig die Arbeit der Schiedsrichter in der Bundesliga überwachen. Zum Einsatz kommt er dann, wenn ein dringender Verdacht auf eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters besteht.

Pünktlich zum Saisonbeginn der Bundesliga, in weniger als zwei Monaten, soll erstmals ein neues Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Künftig soll ein Video-Assistent für mehr Gerechtigkeit im Fußball sorgen. Während eines zweistündigen Workshops wurde den regionalen Medienvertretern das neue Konzept vorgestellt. So soll eine Gruppe von ausgebildeten Schiedsrichtern an Videomonitoren die DFB-Spiele mitverfolgen und bei dringendem Verdacht auf eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters einschreiten können. Der Video-Assistent kommt dabei nur zum Einsatz, wenn folgende Situationen klar falsch beurteilt wurden. So wird analysiert, ob ein Tor regelgerecht gefallen ist, eine Elfmeterentscheidung korrekt war, ein Platzverweis korrekt ausgesprochen wurde und der Schiedsrichter einen Spieler eventuell verwechselt hat. Wie Projektleiter Hellmut Krug berichtet, kann die Kommunikation dabei sowohl vom Video-Assistenten als auch direkt vom Schiedsrichter ausgehen. Die Entscheidungsgewalt bleibt dabei stets beim Schiedsrichter.

Zum ersten Mal wurde ein deutsches Schiedsrichtergespann beim Testspiel zwischen Vize-Europameister Frankreich und Spanien von einem Video-Assistenten unterstützt. FIFA-Referee Felix Zwayer konnte dabei wertvolle Erfahrungen im Umgang mit dem neuen technischen Hilfsmittel sammeln.

„Ich habe die Erfahrung ja auf beiden Seiten gemacht und als Schiedsrichter ist es tatsächlich so, dass man mit einem guten Gefühl an die Situation herangeht. Man macht grundsätzlich alles so wie man es vorher gemacht hat, hat aber die Sicherheit im Fall eines klaren Fehlers aufgefangen zu werden“, so Bundesliga-Schiedsrichter Felix Zwayer.

Der Video-Assistent sorgte auch schon während des Confed Cup für Aufklärung bei den Schiri-Entscheidungen. Mit Beginn der Saison 2017/2018 soll dann auch die Bundesliga davon profitieren. Ziel ist es, klare Fehlentscheidungen in Zukunft bestmöglich zu vermeiden.