Viel Arbeit für den CFC nach Insolvenzantrag

Chemnitz – Einen Tag nach der Bekanntgabe der Insolvenz arbeitet der Chemnitzer FC an allen Fronten weiter. Während die Mannschaft weiter trainiert wird hinter den Kulissen an der finanziellen Rettung der Himmelblauen gearbeitet.

Für die Akteure geht es am Wochenende in der 3. Liga erneut um Punkte im Abstiegskampf. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft scheint gelockert – keine Spur von Verunsicherung aufgrund der aktuellen Lage im Verein.

Einen Tag zuvor lachte zwar noch die Sonne über Chemnitz, in den Räumen der community4you-ARENA gab es aber wenig Grund zur Freude. Am Dienstag informierten die Verantwortlichen des CFC die Öffentlichkeit über die finanzielle Schieflage des Vereins. Über 2,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten liegen auf den Himmelblauen Schultern – Der Verein spricht sogar von einer möglichen Zahlungsunfähigkeit in naher Zukunft. Bereits am Mittwochmittag reiste der beauftragte Insolvenzverwalter Klaus Siemon in das Chemnitzer Sportforum. In der Geschäftsstelle des Vereins prüft der Rechtsanwalt gemeinsam mit dem Vorstand die Vermögensverhältnisse des Clubs. Innerhalb von sechs Wochen muss dieser entscheiden, ob die Insolvenzgründe des Chemnitzer FC tatsächlich Bestand haben.

Im Falle der Insolvenz würden den Himmelblauen in der laufenden Saison neun Punkte abgezogen werden – so die Regel des DFB. Nach sieben Jahren in der 3. Liga wäre das für den CFC gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Regionalliga. Die Frage bleibt, wer aus der aktuellen Mannschaft in der kommenden Saison die Schuhe für den CFC schnürt – einige junge Talente in der Mannschaft sind heiß begehrt. Gehen Spieler wie Tom Baumgart oder Florian Hansch das Risiko ein, im persönlichen Karriereplan einen Schritt zurück zu gehen?

Eine Hintertür wollen sich die Chemnitzer weiterhin offen halten – erhält ein Verein nicht die Lizenz für die kommende Drittligasaison, könnte der 18. Tabellenplatz am Ende reichen um auch im kommenden Jahr Profifußball in Chemnitz zu sehen.
Bis dahin gilt es bei den Himmelblauen die sportliche Grundlage dafür zu schaffen und hinter den Kulissen am finanziellen Neuaufbau zu arbeiten.