Viele Einzelhändler geraten in existenzbedrohende Lage

Sachsen- In Folge des zweiten faktischen Lockdowns im für den Einzelhandel zweitumsatzstärksten Monat des Jahres und des erneuten Herunterfahrens des öffentlichen Lebens geraten zahlreiche Einzelhändler in eine existenzbedrohende Lage. Davor warnt der Handelsverband Sachsen e.V.

Handelsverband Sachsen fordert Nothilfeprogramm zur Rettung des Einzelhandels

Zwar darf der Einzelhandel geöffnet bleiben, gleichzeitig finden aber immer weniger Kunden den Weg in die Stadtzentren. Dies mahnt der Handelsverband Sachsen an. Da etwa die Gastronomie, zahlreiche Dienstleister, Kultur- und Freizeitbetriebe geschlossen sind, fehlt es laut dem Verband an Besuchsanlässen und Frequenz. Auch der Appell der Politik, zu Hause zu bleiben, hat tiefgreifende Folgen für die Handelsunternehmen.

Von den extrem rückläufigen Kundenzahlen und drastischen Umsatzeinbußen ist insbesondere der Innenstadthandel betroffen. Der Handelsverband betont, dass für diesen Standort u. a. der Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen, Uhren/Schmuck, Spielwaren, Sportartikel und Unterhaltungselektronik prägend sei. Bei diesen Unternehmen, deren eigene finanzielle Reserven nach einem beispiellosen Umsatzrückgang im Ergebnis des ersten Lockdowns im Frühjahr längst aufgezerrt sind und die Kredite zum Überleben aufgenommen haben, verschärft sich die bereits angespannte Situation weiter. Zahlreiche Unternehmen können vielerorts wirtschaftlich nicht mehr überleben und sehen sich am Rande ihrer Existenz, so der Handelsverband Sachsen.

„Deshalb muss die Politik ihr Nothilfeprogramm auch für den Einzelhandel öffnen. Darüber hinaus müssen die Kriterien für die Überbrückungshilfen des Bundes angepasst und die Hürden für die Antragsberechtigung gesenkt werden“, so René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen (HVS). „Andernfalls drohen die Innenstädte mit zahlreichen Leerständen weiter zu erodieren.“, so Glaser ergänzend.

Der Verband bekräftigt, dass die Hygiene- und Abstandsmaßnahmen sich seit Beginn des ersten Lockdowns bewährt haben und beständig weiterentwickelt wurden. Es bestehe kein Grund Bedenken beim Weihnachtseinkauf im Einzelhandel zu haben. 

Alle Kundinnen und Kunden möchte der Handelsverband Sachsen e.V. darauf hinweisen, dass das Einkaufen im sächsischen Einzelhandel weiterhin sicher möglich ist und der Handel gerade jetzt auf Kundenzuspruch angewiesen ist.