Völkerkundemuseum Herrnhut wird ausgebaut

Das Völkerkundemuseum Herrnhut wird mit der Errichtung eines neuen Magazingebäudes und der damit verbundenen Schaffung des behindertengerechten Zugangs für die Zukunft ausgestattet. +++

Das Völkerkundemuseum Herrnhut bildet mit dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig und dem Museum für Völkerkunde Dresden die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen im Verbund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Etwa 6000 ethnographische Sammlungsobjekte, die vorwiegend durch Missionare der Evangelischen Brüder-Unität vom 18. bis zum 20. Jahrhundert aus vielen Regionen der Welt mitgebracht wurden, bilden den Bestand des Museums, das 1878 entstand.

Ein Drittel dieser Gegenstände präsentiert das Museum in der im Jahr 2003 neu gestalteten Dauerausstellung „Ethnographie und Herrnhuter Mission“, die Informationen zu historischen Kulturen verschiedener Völker sowie zu den wissenschaftlichen Leistungen einzelner Missionarspersönlichkeiten vermittelt. Der andere Teil der Sammlung wird, wie das in den meisten Museen üblich ist, in einem Magazin gelagert und für die wissenschaftliche Bearbeitung, für eigene Sonderausstellungen, aber auch für Leihgaben an andere Museen bereit gehalten.

Im Laufe der letzten 30 Jahre wechselten die Örtlichkeiten für diese Lagerung drei Mal, vom Keller einer Turnhalle über ehemalige Wohnräume bis hin zum einstigen Postamt der Kleinstadt. In keinem Fall waren bzw. sind die Lagerungsbedingungen für den dauerhaften Erhalt der wertvollen Sammlungsgüter ausreichend.  

Mit der Ende August 2010 beginnenden Baumaßnahme soll nun ein optimaler Zustand geschaffen werden. Vorgesehen ist ein Bau mit drei Stockwerken, der im Hofgelände des Museums an der Goethestraße seinen Platz finden wird. Keller- und Erdgeschoss werden zukünftig die Sammlungen aufnehmen, ausgestattet mit einer den Bedürfnissen entsprechenden Rollregalanlage. Im ersten Stock wird ein neuer Raum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen entstehen, da der bisherige zu Arbeitsräumen umfunktioniert werden muss. Dies macht sich erforderlich durch den Einbau eines Fahrstuhls im Museumsgebäude, der in ihrer Mobilität behinderten Menschen den Zugang zu allen  Ausstellungsbereichen bieten wird. Bislang konnten Gehbehinderte lediglich die Ausstellungsteile im Erdgeschoss besichtigen.  

Die Planungen für den Magazinbau laufen seit mehreren Jahren. Kurzfristig wurden nun für das laufende Jahr sowie für 2011 die Mittel für eine kleine Baumaßnahme in Höhe von ca. 990.000 Euro bewilligt. Kostenträger ist das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen. Die Bauausführung liegt in den Händen des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) mit seiner Niederlassung Bautzen.    

Während der Bauzeit, die sich voraussichtlich bis Ende Juni 2011 erstrecken wird, werden zeitweise Schließungen des Museums nicht ausbleiben. Gegenwärtig sind solche für die Monate September und Oktober 2010 sowie für die Zeit von April bis Ende Juli 2011 vorgesehen. In den anderen Monaten wird die Dauerausstellung mit leichten Beeinträchtigungen zugänglich sein und in deren Räumen auch Führungen, Vorträge und ähnliche Veranstaltungen stattfinden.  

Nach Beendigung der Bauarbeiten sind einige kleinere Veränderungen an der Dauerausstellung notwendig. So soll unter anderem die Herrnhuter Sammlung von der dritten Reise des englischen Entdeckers James Cook in neuer Gestaltung komplett gezeigt werden. Ein Teil dieser Sammlung ist gegenwärtig in der Wanderausstellung „James Cook und die Entdeckung der Südsee“ als Leihgabe präsent, die nach Bonn und Wien demnächst in Bern Station machen wird.  

Mit dem Umzug der magazinierten Sammlungsbestände und der Gestaltung einer neuen Sonderausstellung soll schließlich der Neubau Ende September 2011 der Öffentlichkeit übergeben werden.

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden 

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