Volkssolidarität will Wohnungsabriss verhindern

  Mit dem Stadtratsbeschluss von voriger Woche schien das Aus für 50 Wohnungen am Reichenauer besiegelt zu sein. Jetzt bringt die Volkssolidarität einen neuen Vorschlag ins Spiel. Der Verein will den Block in Betreutes Wohnen umwandeln.

  Es sind nur noch ganz wenige, die im Reichenauer Weg 18-26 ausharren. Der Blumenhändler hat bereits die Segel gestrichen, der Frisör aber verspricht seinen Kunden durchzuhalten bis zum Schluss. Und auch die Volkssolidarität, die hier den Wohngebietstreff betreibt, will nicht kampflos aufgeben. Letzte Woche hat der Stadtrat beschlossen, dass die hier rot dargestellten Häuser im Reichenauer Weg bleiben können. Die gelb dargestellten aber sollen der Abrissbirne weichen, und genau hier befinden sich Geschäfte und eben der Treff. Deshalb kommt die Volkssolidarität jetzt mit einer neuen Idee für den Block. Sie will die 50 Wohnungen in Betreutes Wohnen umwandeln. 

  Werner Schnuppe, Vorsitzender der Volkssolidarität Dresden, sieht einen großen Bedarf und kaum Angebote für Betreutes Wohnen in diesem Stadtteil. Die Gagfah könne selbst den Umbau in Angriff nehmen oder dafür auch Investoren ins Boot holen. Die gäbe es, so Schnuppe, zuhauf. Die Volkssolidarität hat bereits Erfahrung mit solchen Wohnanlagen an acht anderen Standorten in Dresden gesammelt. Schnuppe will damit nicht nur seniorenfreundlichen Wohnraum schaffen, sondern auch das Zentrum des Wohngebiets erhalten. 

  Seinen Vorschlag hat der Verein gestern Eigentümer Gagfah und dem Stadtplanungsamt per Post zugeschickt. Die Gagfah ist zum Abriss verpflichtet, sonst droht eine Strafe von 20.000 Euro pro Wohnung. Dort sei der Brief aber noch nicht eingetroffen, so eine Sprecherin gegenüber Dresden Fernsehen. Deshalb heute auch noch keine Reaktion darauf.

++

  Nie mehr im Regen stehen! Wie das Wetter in Dresden wird erfahren Sie hier!