„Vom Teufelsgespenst und anderen Lazarettbewohnern“: Auftakt zu Vortragsreihe im Stadtarchiv über Leipziger Hospitäler

Ein Teufelsgespenst und andere Lazarettbewohner sind Thema des Vortrags von PD Dr. habil Elke Schlenkrich am Donnerstag, dem 19. Mai, 18:30 Uhr, im Stadtarchiv.

Er bildet den Auftakt zu einer neue Vortragsreihe, die zeitlich unmittelbar an die Serie „Leipzig im Mittelalter“ anschließt und die Lebenswelten in Leipziger Hospitälern der frühen Neuzeit, also zwischen 1500 und 1800, zum Thema hat. Weitere Vorträge folgen am 7. Juli und am 8. September. Der Eintritt ist frei.

Im Auftakt-Vortrag am Donnerstag geht es um das Lazarett (Hospital St. Jakob), das seit dem 16. Jahrhundert in Leipzig nachweisbar ist. Wenn in Leipzig die Pest grassierte, wurden die Erkrankten dorthin gebracht, um sie von der übrigen Bevölkerung zu isolieren. Im Lazarett wurden sie versorgt sowie seelsorgerisch und medizinisch betreut. In der Pestzeit 1564/65 soll dort übrigens ein „Teufelsgespenst“ sein Unwesen getrieben haben.

Seit den 1630-er Jahren wurde das Lazarett in pestfreien Zeiten genutzt, um darin Patienten mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern, z. B. Krätze oder Syphilis, unterzubringen. Doch ebenso zählten Arme, Alte und Soldaten zu den Lazarettinsassen. Auch unehelich Schwangere kamen zur Niederkunft hierher.

In der frühen Neuzeit umfasste der Begriff „Hospital“ Einrichtungen, in denen betagte, kranke oder verarmte Personen, Findelkinder und Waisen, aber auch Pilger und Reisende ihren Aufenthalt, Wartung und notdürftigen Unterhalt fanden. In Leipzig gab es neben dem Lazarett das Hospital St. Johannis sowie das Georgenhospital nebst inkorporiertem Zucht-, Armen- und Waisenhaus. Das Lazarett ist der Vorläufer des „modernen“ Krankenhauses in Leipzig. 1791 wurde es dann auch entsprechend unbenannt.