Von Babelsberg nach Hollywood und Chemnitz

Der Sommer ist die perfekte Zeit für Konzerte unter freiem Himmel. Alles, was es dazu braucht, sind eine grandiose Kulisse und gutes Wetter.

Und beides hatte das Deutsche Filmorchester Babelsberg am Samstag, als es vor dem Wasserschloß Klaffenbach einen umjubelten Auftritt hinlegte. Schon die Eröffnungsfanfare gab die Richtung vor. Von Babelsberg nach Hollywood sollte es an diesem Abend gehen und die rund 1.200 Zuschauer ließen sich gern mit auf die musikalische Reise durch die Filmgeschichte nehmen. Für ihren Saisonabschluss hatte sich die Stadthalle Chemnitz eines der traditionsreichsten Orchester Deutschlands eingeladen. Unter der Leitung von Peter Christian Feigel schöpften die Musiker aus ihrem Repertoire von mehr als 200 Filmmusiken und spannten einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Viele Filmsongs sind heute Klassiker und haben nicht zuletzt auch den Sprung in die Charts geschafft. Der Streifen „Robin Hood“ zum Beispiel machte diesen Titel zum Hit. Als Solist auf der Bühne: der junge Marc Secara, der Swing- und Jazzfreunden schon längst ein Begriff sein dürfte. Die zweite stimmgewaltige Solistin ist seit Jahrzehnten nicht nur in der Jazzszene zu Hause. Angelika Weiz‘ Interpretation von „We don’t need another Hero“ sorgte für Gänsehaut. Beide Sänger genossen die Zusammenarbeit mit dem Orchester sichtlich.

Interview: Angelika Weiz & Marc Secara

Was eine große Filmmusik ausmacht ist der Wiedererkennungswert. Insofern hätten die meisten Titel wohl gar nicht anmoderiert werden müssen. Doch was wäre ein Abend mit Filmmusik ohne den größten Kinohelden aller Zeiten. Ein Bondklassiker durfte natürlich nicht fehlen. Als langsam die Nacht über dem Wasserschloß hereinbrach, war das Orchester dann gänzlich in der Gegenwart angekommen und ließ die Piraten der Karibik los. Loslassen wollten die Zuschauer das Filmorchester Babelsberg allerdings noch lange nicht. Zugaben wurden gefordert und auch gewährt, die letzte musste man dann wahrlich nicht mehr namentlich ankündigen. Mit einem faszinierenden Lichtspiel auf den Mauern des Renaissance-Schlosses und einem spektakulären Feuerwerk wurden die Besucher schließlich  in die Nacht entlassen – wahrscheinlich noch auf dem Nachhauseweg die eine oder andere Filmmelodie summend.