Von der Suche nach dem guten Leben

Dresden - Vom 10. Mai bis 3. November gibt es im Japanischen Palais die neue Ausstellung "Die Erfindung der Zukunft oder von der Suche nach dem guten Leben" zu sehen. Ausgangspunkt war eine Umfrage unter 15- bis 35-Jährigen in Sachsen, die Fragen rund um ihre Gedanken, Wünsche und Ziele zur Zukunft beantwortet.

Wie wollen wir leben und was macht ein gutes Leben aus? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Umfrage unter den 15- bis 35-Jährigen in Sachsen, die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im vergangen Herbst gestartet haben. Die Ergebnisse bilden den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Die Erfindung der Zukunft oder von der Suche nach dem guten Leben“ im Japanischen Palais, die mittels ausgewählter Objekte Antworten auf aktuelle Herausforderungen unserer Zeit sucht.

Darüber hinaus liefern zeitgenössische Künstler praktische Handlungsansätze für die Zukunft. So werden in der Ausstellung wichtige gesellschaftliche Fragestellungen unserer Zeit thematisiert, wie zum Beispiel: Reichen die Ressourcen der Erde für uns alle und wie lange noch? Wie können wir unsere Umwelt und Natur schützen und welche Rolle spielt der gesellschaftliche Zusammenhalt?

Auf rund 1.000 m² werden im ersten und zweiten Obergeschoss des Japanischen Palais rund 130 Objekte aus nahezu allen Sammlungen der SKD gezeigt. Themenräume eröffnen verschiedene kulturelle und historische Perspektiven, unter anderem auf Ressourcenknappheit, Krieg und Vorstellungen von der Zeit beziehungsweise auf die Zukunft selbst. In den sogenannten Möglichkeitsräumen im unteren Stockwerk sind die Besucher eingeladen, angesichts der Herausforderungen und Fragen unserer Zeit selbst aktiv zu werden. 

© SKD

Diese Räume wurden von Künstlern sowie der Stadtgesellschaft gestaltet. So hat die Berliner Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT aus alten Labormöbeln des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik eine Rauminstallation geschaffen, die zusammen mit jungen Menschen in Workshops zum Think Tank umgewandelt wird. Die Dresdner GAP Group "Lückenglück", bestehend aus Ulrike Gärtner, Annette Nickel und Jan Minack, thematisiert mit ihrer Installation das Verschwinden der Grünflächen in der eigenen Stadt. Die Arbeit soll ein Bewusstsein für die bestehenden Gärten der Stadt schaffen – und Lust machen, diese zu erhalten.

Eine offene Werkstatt wird allen Besucher die Möglichkeit geben, aus Materialresten schöne und brauchbare Dinge herzustellen, wie beispielsweise Möbelstücke für das Japanische Palais mit dem Dresdner Verein Konglomerat. Der Rundgang schließt mit dem Werk "Untitled" (Arena) von Felix Gonzalez-Torres – einer Lichterkette bestehend aus 60 Glühbirnen, unter der getanzt werden darf.

Der Tanz – für die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers in der Welt und für das gute Leben stehend – wird auch in diversen Workshops im Begleitprogramm aufgegriffen. So können jeden Dienstag Interessierte das offene Tanzstudio in der Ausstellung besuchen und unter Anleitung Tanzexperimente und Improvisationen in den Ausstellungsräumen erproben.

Die Besucher sind darüber hinaus täglich eingeladen, sich am Gärtnern in dem eigens angepflanzten „Essbaren Museum“ – einem Garten im Innenhof des Japanischen Palais, installiert von UFER-Projekte Dresden e. V. – zu beteiligen. In der Installation „Wilde Flora – ein Null-Müll-Versuch“ wird das Geerntete zu Brotaufstrichen oder Limonade verarbeitet. Wegwerf-Servietten oder Strohhalme aus Plastik wird man hier vergebens suchen.

Begleitend zur Ausstellung wird es an Donnerstagen das „Zukunftsforum“ geben – eine Reihe von Podiumsdiskussionen, zu der namhafte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen sowie Künstler eingeladen sind, um in den interdisziplinären Austausch über virulente Zukunftsfragen, z. B. zur Bildungsgerechtigkeit, zu künstlicher Intelligenz oder zur Arbeit der Zukunft zu treten. Das Kunstwerk „Demos“ von Andreas Angelidakis, das sich zuvor im Lichthof des Albertinum befand, wird dafür Kulisse und Sitzmöglichkeit bieten.