Von falschen Polizisten abkassiert

Freiberg: Eine 31-jährige Freibergerin wurde am Samstag, dem 12. März 2011, auf der Frauensteiner Straße von falschen Polizisten kontrolliert und wegen eines Mangels am Fahrzeug abkassiert.

Die Frau war gegen 17 Uhr auf der Frauensteiner Straße landwärts unterwegs, als sie in Höhe der Gartenanlage nach den Bahnschienen von einem Polizisten mit einer Anhaltekelle gestoppt wurde. Der Fahrer eines vor ihr befindlichen Pkw wurde gleichzeitig von einem anderen Uniformierten angehalten. Nachdem sie dem vermeintlichen Polizisten Fahrzeugpapiere und Fahrerlaubnis ausgehändigt hatte, kontrollierte er diese und lief um das Fahrzeug. Dann sprach er die 31-Jährige wegen eines defekten Abblendlichts an. Als sie den Defekt bestätigte, sprach der falsche Beamte ein Bußgeld mit der Begründung aus, dass sie an zwei Tankstellen vorbeigefahren wäre. Weil die Frau dringend nach Hause musste, zahlte sie 15 Euro in bar. Zuvor hatte der Mann an einem Gerät hantiert, dass die Frau als elektronisches Zahlgerät deutete. Sie musste jedoch nicht quittieren und bekam auch keine Quittung. Der Betrüger wünschte der Frau noch einen schönen Tag und ließ sie weiterfahren. Offensichtlich hatte der Täter die Aufregung der Frau ausgenutzt, die seine Handlung nicht anzweifelte und auch nicht nach einem Verwarngeldbeleg o.ä. fragte.

Erst als sie zu Hause ihrem Mann von der Kontrolle erzählte, informierte dieser die Polizei. Auch der Fahrer des anderen Pkw zahlte offensichtlich, auch wenn er sich lautstark mit dem zweiten falschen Polizisten auseinandersetzte.

Beide Fahrzeugführer waren einer zwar seltenen, aber nicht neuen Masche von Betrügern aufgesessen. Der Unbekannte, der die Frau kontrollierte trug eine Art Pilotenjacke mit der Aufschrift „POLIZEI“ wie sie auch im Internet angeboten, aber nicht von der Polizei getragen werden, dazu eine hellbraune Hose, ähnlich der Uniformhose. Er war ca. 35 Jahre alt, etwa 1,80 m groß und schlank. Der Mann hatte brünette kurze Haare, vermutlich mit hellen Strähnen. Der andere war kleiner, etwa 1,70 m bis 1,75 m groß und hatte dunkle Haare.

Er sprach keinen typisch sächsischen Dialekt, eher ein „bemühtes“ Hochdeutsch. Beide Täter hatten in der Nähe einen dunklen VW Kombi abgestellt.

Die Polizei warnt aus gegebenem Anlass vor diesen, aber auch vor anderen Betrügern, die sich als Amtsträger ausgeben. Polizeibeamte sind verpflichtet, sich mit dem Namen vorzustellen und auf Verlangen auch den Dienstausweis vorzuzeigen. Im Zweifelsfall sollte bei der Polizei nachgefragt werden. So lässt sich auch herausfinden, ob tatsächlich die Polizei kontrolliert. Auch Bußgelder werden, anders als Verwarngelder, niemals vor Ort fällig. Sollte von Polizisten ein Verwarngeld ausgesprochen werden, erhält der Betroffene immer einen Verwarngeldbeleg.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Amtsanmaßung und Betrugs sucht die Polizei den anderen Fahrzeugführer, der an dieser Stelle ebenfalls kontrolliert wurde. Auch weitere Zeugen, die Beobachtungen im Zusammenhang mit der geschilderten Tat gemacht haben, werden gebeten sich mit dem Polizeirevier Freiberg, Tel. 03731 70-0 in Verbindung zu setzen.