“Vor den Türen der Universität wird Klimaschutz zum Wetteinsatz” – Aktionsdemo in Leipzig

Am Freitag findet in Leipzig eine Aktionsdemo gegen Emissionshandel statt. Leipziger Klimaaktivist/innen wollen aufzeigen, wie dieser Mechanismus zum Klimaschutz bisher versagt hat. „Leipzig ist für die Aktionsdemo prädestiniert: Hier ist einer der internationalen Handelsplätze für Emissionszertifikate.“, teilte die Veranstalter der Demo mit. Lesen Sie hier eine Mitteilung der Demo-Veranstalter:

‚Die Aktionsdemo beginnt um 15 Uhr am Kleinen Willy-Brand-Platz am Hauptbahnhof. Sie führt durch die Innenstadt und macht Halt an Orten, an denen Emissionszertifikate an- und verkauft werden. An vier Stationen werden die Mechanismen und relevanten Defizite des Emissionshandels durch Straßentheater-Aufführungen dargestellt. Die Demonstration endet gegen 17.45 Uhr am Augustusplatz.

Der Emissionshandel wurde einst gepriesen als Wunderinstrument der internationalen Klimaschutzpolitik, aber bisher hat er nicht zur Reduktion von Klimagas-Ausstoß geführt. “Das Gegenteil ist der Fall,” erklärt Timmo Krüger von KlimaGerechtigkeit Leipzig, “zudem haben Industriekonzerne unverdiente Gewinne in Milliardenhöhe deswegen eingestrichen.” In der Öffentlichkeit sei darüber nur wenig bekannt. Dabei könnte der Emissionshandel, der über die Strombörse EEX erfolgt, geradewegs in die nächste Finanzmarkt-Blase führen.

“Vor den Türen der Universität wird wirksamer Klimaschutz zum Wetteinsatz. Das ist inakzeptabel und darum machen wir diese Demonstration”, sagt Anne Hansen, die ebenfalls bei KlimaGerechtigkeit engagiert ist.

Leipziger/innen und Berliner/innen arbeiten zusammen
Die Demonstration wird organisiert von KlimaGerechtigkeit Leipzig mit Unterstützung der Gruppe gegenstrom berlin. Die Kooperation ist Bestandteil des “Global Day of Action”. In der Woche um den 12. Oktober 2010 finden weltweit Aktionen gegen den klima- und ernegiepolitische Fehlentwicklungen statt. Der Aufruf zur Aktion wird von einem breiten
Bündnis gestützt.

Neben dem Emissionshandel wird auch die unterirdische Lagerung von Kohlenstoffdioxid während der Aktionen kritisch beleuchtet. Zur inhaltlichen Einstimmung wird es am Donnerstag, 14. Oktober 2010, um 19.00 Uhr ein Podiumsgespräch (“Cap and Trade – Fluch oder Segen für unser Klima?”) in der Universitätsbibliothek Albertina in Leipzig geben.

Unterstützer/innen: attac Leipzig, Bundesvorstand der Grünen Jugend, BUND
Leipzig, Die Grünen Leipzig, Die Linke Leipzig, NABU Leipzig, Linksjugend
[’solid] Sachsen‘

Quelle: Katharina Kutzias, klimagerechtigkeit_le@riseup.net