Vor der EM – Die Nationalmannschaft Short Track im Gespräch

Dresden - Eng gefahrene Kurven, rasante Rennen und Action auf dem Eis – Das ist Short Track. In Dresden gibt es am Wochenende neben einem Ski-Cup auch die Europameisterschaften der Eisschnellläufer in der Kurzstrecke. Über Wettkampfziele und Olympiavorbereitungen hat Jonathan Wosch mit der Deutschen Nationalmannschaft vorab gesprochen.

Vom 12. bis 14. Januar 2018 kämpfen 139 Athleten – 62 Damen und 77 Herren - aus 26 Ländern nur vier Wochen vor den Olympischen Spielen in der EnergieVerbund Arena um den EM-Titel. Erstmals gehen in Dresden Sportler aus Irland an den Start. Für die deutschen Athleten ist der Wettkampf die letzte Chance, um noch die nationale Qualifikationsnorm des DOSB für die Winterspiele in Südkorea zu erfüllen. Für die deutschen Short Track Männer entscheidet sich, ob sie im Februar bei Olympia vertreten sind. Ein sicheres Ticket für Südkorea haben bisher nur die Dresdner Damen Bianca Walter und Anna Seidel.

Teamkader Deutschland (Staffeln): Anna Seidel, Bianca Walter, Gina Jacobs, Tina Grassow / Christoph Schubert, Adrian Lüdtke, Tobias Pietsch, Felix Spiegl, Florian Becker
Einzelstarter Damen: Anna Seidel, Bianca Walter
Einzelstarter Herren: Christoph Schubert, Adrian Lüdtke, Tobias Pietsch

Der Umbau der EnergieVerbund Arena in eine Austragungsstätte für die Short Track Europameisterschaften dauerte insgesamt drei Tage. Los ging es am Freitag, 5. Februar, für die Eismeister und Hallentechniker mit dem Ausbau von 140 Sicherheitsglasscheiben von jeweils durchschnittlich 100 Kilogramm Gewicht. Erstmals bauten die Fachleute die Eishockeybande in den Sturzzonen auf einer Länge von 70 Metern ab. Das sind insgesamt 28 Bandenelemente. Teile der Spielerbank werden ebenfalls abgebaut. Zwei Mattensätze mit einer Gesamtstärke von 80 Zentimetern werden im Oval zum Schutz der Läufer aufgestellt. Die Eisarbeiten dauern 1,5 Tage, Nachtschicht inklusive. Zum Schutz der eigentlichen Linierung und Werbung wurde die Eisfläche um einige Millimeter aufgebaut und anschließend mit einem Weiß-Ton versehen. Darauf sind Start- und Ziellinien, die Kurvenpunkte und ein großes Veranstaltungslogo in der Ovalmitte aufgebracht. Darüber kamen weitere Eisschichten mit einer Gesamtstärke von zwei Zentimetern. Insgesamt benötigten die Eismeister 1 000 Liter hellgraue, biologisch abbaubare Farbe zum Neutralisieren der Eisfläche und 200 Liter blaue Farbe zum Markieren des Infields. Etwa 36 000 Liter Dresdner Wasser sorgen für schnelles Profi-Eis. Neben Sicherheits- und Eisarbeiten mussten alle verfügbaren Umkleidekabinen und weitere Räume für die vielen Athleten umgebaut und das Pressezentrum eingerichtet werden. Die Spielerbänke wurden zum Wettkampfgericht. Für die Fernsehübertragung mussten einige Geländer und Sitzschalen weichen und Kamerapodeste aufgebaut werden.