Vor- und Nachteile von Online Apotheken

Online Apotheken werden auch in Deutschland immer beliebter. Etwa jeder fünft kauft hierzulande seine Medikamente im Internet.

 

Mittlerweile verzeichnen die Online Apotheken mehr als 16 Millionen Kunden. Doch sind die Arzneimittel hier wirklich günstiger? Und wie sieht es mit der Beratung aus? Einen Überblick zu den einzelnen Anbietern zeigt dieser Online-Vergleich.

Rezeptpflichtige Medikamente

Im Internet sind Medikamente immer billiger? Diese Aussage trifft zumindest was rezeptpflichtige Arzneimittel betrifft nicht zu. Hier zahlen Kunden in jeder Apotheke denselben Preis. Die Kosten werden in der Regel bis auf einen gewissen Eigenanteil von der Krankenkasse übernommen. Der Versicherte übernimmt zehn Prozent selbst. Pro Packung sind dies mindestens fünf und maximal zehn Euro. Online Apotheken dürfen auf rezeptpflichtige Medikamente ebenfalls keinen Nachlass einräumen. Dies gilt auch für Anbieter, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben.

Für die meisten Patienten dürfte der Weg zu einer Apotheke vor Ort bequemer sein. Dies gilt insbesondere bei akuten Erkrankungen. Einfach vom Arzt ein Rezept ausstellen lassen und direkt abholen. Bei Online Apotheken muss dieses zunächst per Post eingesendet werden. Der Versand erfolgt dann spätestens nach zwei Werktagen. Versandkosten entstehen dabei zwar nicht, die Bearbeitungszeit ist hierbei jedoch ein echter Nachteil.

Rezeptfreie Medikamente

Bei rezeptfreien Arzneimittel können die Apotheken den Preis selbst festlegen. Dadurch kann es zu großen Preisunterschieden zwischen Versand- und Vor-Ort-Apotheken kommen. Insbesondere Patienten mit einer chronischen Erkrankung können durch den Kauf im Internet kräftig sparen. Die Stiftung Warentest hat hierzu für drei Medikamente einen Vergleich durchgeführt. Dabei waren die 17 untersuchten Versandapotheken in fast allen Fällen günstiger. Bei einem Antiallergikum lag der Unterschied zwischen dem Internet- und der günstigsten Vor-Ort-Apotheke gut 40 Prozent. Bei Nikotin Kaugummis kam es zu einem Preisunterschied von bis zu 20 Prozent.

Zu beachten ist, dass der Kunde beim Online-Kauf in der Regel Versandkosten bezahlen muss. Diese können eine mögliche Preisersparnis unter Umständen wieder zunichte machen. Einige Online Apotheken liefern auch versandkostenfrei, sofern ein gewisser Mindestbestellwert erreicht wird.

Zwischen den 21 getesteten Apotheken vor Ort gibt es ebenfalls teilweise erhebliche Preisunterschiede. Das Mittel zur Raucherentwöhnung kostete in der günstigsten Apotheke 26,95 Euro. Der höchste Preis lag bei 34,69 Euro.

Wie sieht es mit der Beratung aus?

Mit der Beratung waren die Tester nicht zufrieden. Dies gilt für beide Arten von Apotheken. Im Durchschnitt gibt es sowohl für Versand- als auch Vor-Ort-Apotheken nur ein „befriedigend“. Erstaunlich ist, dass Kunden bei Internet-Apotheken häufiger auf die Wechselwirkungen von rezeptpflichtigen Medikamenten hinweisen. Bei den stationären Apotheken gab es dagegen eine bessere Beratung für rezeptfreie Arzneimittel.

Bei Unklarheiten sollten Patienten immer in der Apotheke bzw. an der Hotline nachfragen. Die Apotheken sind per Gesetz zu einer umfassenden Beratung verpflichtet. Hierfür muss der Kunde sich allerdings Zeit nehmen und die Symptome so genau wie möglich schildern.