Vorhang hebt sich für „West Side Story“

Vor rund 50 Jahren feierte eines der schönsten und bekanntesten Musicals der Welt Premiere.

Die „West Side Story“. Bis heute wird es gespielt, was nicht zuletzt an der genialen Musik von Leonard Bernstein liegt. Obwohl die Verlagsrechte sehr streng vergeben werden, ist es dem Theater gelungen, das Musical nach Chemnitz zu holen – ein Glücksfall. Am Samstagabend hebt sich erstmals der Vorhang.

Das Musical beginnt mit einer zünftigen Keilerei. Zwei rivalisierende Jugendbanden stehen sich feindlich gegenüber. Die Jets, eine Gruppe von Amerikanern und die Sharks, Einwanderer aus Puerto Rico. Die Jets halten sich natürlich für etwas Besseres und beharren auf ihrem Vorrecht im Revier.

Zwischen diese Fronten gerät das Liebespaar Tony und Maria. Toni ist ein Jet und Maria stammt aus Puerto Rico. Es ist eine Liebe, die nicht nach dem Woher fragt und doch zum Scheitern verurteilt ist, auch wenn das die beiden Liebenden nicht wahrhaben wollen.

In der Rolle des Tony ist ein gebürtiger Chemnitzer zu sehen. Christian Alexander Müller begann seine Karriere hier am Haus und machte später als jüngstes „Phantom der Oper“ Furore. Mit der „West Side Story“ kehrt er zurück nach Chemnitz.

Regisseur Matthias Winter entschied sich dafür, in Chemnitz ein sehr junges Ensemble auf die Bühne zu stellen, wie in der Uraufführung 1957. Allerdings findet man auch vertraute Gesichter. Der in Chemnitz bestens bekannte Musicalstar Matthias Otte singt und spielt die Rolle des charismatischen Jets-Anführers Riff, Tonys bestem Freund.

Tony allerdings ist der Gang längst entwachsen, reifer geworden. Ohnehin hat er nur noch Augen für Maria. Trotzdem stimmt er zu, die Jets im Kampf gegen die Sharks zu unterstützen. Die Amerikaner glauben sich im Recht gegenüber den Eindringlingen, ein Konflikt, der damals wie heute aktuell war und ist.

Und diese Botschaft vermittelt die West Side Story in erster Linie durch Musik. Der große Leonard Bernstein schrieb die wunderbaren Noten für das Stück und machte es damit quasi unsterblich. Denn das es bis heute zu den meistgespielten Musicals weltweit gehört, ist kein Zufall.

Es gibt kein Happyend in der „West Side Story“, nicht für Tony und Maria, nicht für die Gang-Anführer Riff und Bernardo. Aber es gibt Hoffnung. Und so entlässt die „West Side Story“ ihre Besucher doch zumindest ein wenig versöhnlich und mit dem Klang der großartigen Musik in den Ohren. Wer die Chemnitzer Aufführung sehen möchte, sollte sich sputen. Denn sie steht nur bis zum Juli auf dem Spielplan.

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Das Theatermagazin „SZENE“ mit Aniane Rütz am 08. Februar & am 15. Februar 17.30, 19.30 und 21.30 Uhr bei SACHSEN FERNSEHEN.

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