Vortrag im Stadtarchiv über „Die Scheintoten von Dresden“

Dresden  - Das Stadtarchiv Dresden lädt am Dienstag, 6. März 2018, 18 Uhr, zum Vortrag von Carola Schauer zum Thema „Die Scheintoten von Dresden" ein. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die große Unsicherheit darüber, wann ein Mensch tot war, führte zur Angst, bei lebendigem Leibe begraben zu werden. Obwohl im 18. Jahrhundert in Sachsen die Einrichtung von „Anatomischen Theatern" und die Durchführung von Leichensektionen und Totenschauen die medizinischen Kenntnisse von Ärzten beförderten, konnten die Ursachen des Scheintodes noch nicht wissenschaftlich geklärt werden. Aus dieser Zeit sind im Stadtarchiv Dresden zahlreiche behördliche Vorschriften überliefert, wie Scheintote zu behandeln sind, damit sie nicht zu früh begraben werden.

Bevor ein Mensch unter die Erde kam, waren umfangreiche Wiederbelebungen durchzuführen und außergewöhnliche Hilfsmittel anzuwenden. Zur Überwachung der Scheintoten entstanden Leichenhäuser. Apparate wie „Weckmaschinen" und besondere Gerätschaften zur Wiederbelebung kamen zum Einsatz.

Bis zum Ablauf von 72 Stunden waren die vermeintlichen Toten zu beobachten und der Eintritt der Fäulnis als sicheres Todeszeichen abzuwarten. Seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart wurden in Sachsen weitere Vorschriften erlassen, um bei der Leichenschau die sicheren Zeichen des Todes zu ermitteln und den Scheintod weitestgehend auszuschließen.

Die Veranstaltung findet im Rahmenprogramm der Fachausstellung „Verborgene Geschichte(n) aus dem Stadtarchiv" statt. Carola Schauer ist die stellvertretende Archivdirektorin des Stadtarchivs und Mitautorin der Publikation „in civitate nostra Dreseden".