VVO erhöht Preise ab 1. November

Künftig kostet eine Einzelfahrt in Dresden 2 Euro, beim Lösen eines Abschnitts der 4er-Karte 1,75 Euro. DRESDEN-FERNSEHEN fragt: Was halten Sie von den geplanten Preiserhöhungen? Diskutieren Sie mit uns! +++

Im nationalen Vergleich liegt das Preisniveau im VVO weiterhin im Mittelfeld und das Umsteigen auf Bus und Bahn bleibt attraktiv. In Dresden zahlt der Inhaber einer Abo-Monatskarte für einen Tag mit Bus und Bahn 1,37 Euro, etwa soviel wie für einen Liter Benzin.

Damit alle Kunden die Chance haben, sich auf die Veränderungen einzustellen und Tickets zum alten Preis abzufahren, bieten die Übergangsregelungen genügend Zeit. Jahreskarten für 2010 und Fahrausweise, deren Preise sich nicht ändern, gelten unverändert weiter.

Monats- und Wochenkarten zum alten Preis müssen spätestens am 31. Oktober 2010 entwertet werden. Wer noch einen Einzelfahrausweis im Portmonee hat, muss diesen spätestens am 31. Oktober abstempeln. In allen Servicezentren der Partnerverkehrsunternehmen sowie in der VVO-Mobilitätszentrale besteht zudem bis Ende März des kommenden Jahres die Möglichkeit ungenutzte Tickets zum alten Preis umzutauschen, indem der Kunde die Differenz zahlt.

Gründe der Tarifanpassung
Die Änderung wurde im Juni 2010 von der Zweckverbandsversammlung des VVO beschlossen und bekannt gegeben. Die Tarifanpassung ist notwendig, da bei den Unternehmen insgesamt die Betriebskosten stiegen sowie die Förderung von staatlicher Seite sank. In Folge dessen ist ein höherer
Anteil an Eigenmitteln notwendig, um in Fahrzeuge oder die Infrastruktur zu investieren. Ein weiterer
Grund sind die in den vergangenen zwei Jahren um 2,8 Prozent gestiegenen Personalkosten, nachdem zehn Jahre lang keine Erhöhung der Löhne erfolgte. Relevant sind ebenso die Preiserhöhungen beim Fahrstrom: Wie auch jeder Nutzer im privaten Bereich merkt, sind ebenso die Unternehmen davon betroffen. Erhöhungen von mehr als neun Prozent schlagen bei den Partnerverkehrsunternehmen zu Buche.

Was ändert sich
Einzelfahrscheine in den Preisstufen 1 bis 3 werden um 10 Cent teurer, das Ticket für die Einzelfahrt im Verbundraum 20 Cent. Künftig kostet eine Einzelfahrt in Dresden 2 Euro, beim Lösen eines Abschnitts der 4er-Karte 1,75 Euro. Im Tageskartensegment gibt es nur bei der ermäßigten Tageskarte eine Steigerung um 20 Cent auf 4 Euro. Alle anderen Tageskarten bleiben preislich unverändert. Des Weiteren erhöhen sich die Preise der Zeitkarten aller Preisstufen. Hierzu zählen Wochenkarten, Monats- und Abo-Monatskarten, 9-Uhr- und 9-Uhr-Abo-Monatskarten sowie Jahreskarten. So wird beispielsweise die Abo-Monatskarte für die Preisstufe A 1 (Tarifzone Dresden) um 2 Euro erhöht. Der Preis dafür beträgt dann 42,50 Euro statt bisher 40,50 Euro. Darüber hinaus erhöhen sich die Preise einer Monats- oder Abo-Monatskarte für eine Tarifzone (außer Dresden) um 1 Euro bzw. 1,50 Euro. Der VVO-Tarif gilt im öffentlichen Nahverkehr in der Landeshauptstadt Dresden sowie in den Landkreisen Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, Meißen, im Landkreis Bautzen auf dem Gebiet der Altkreise Kamenz und Hoyerswerda.

Keine Preisänderungen gibt es bei folgenden Tickets
• 4er-Karte Kurzstrecke
• 4er-Karte Preisstufe 1 bis 4
• Zusatzfahrschein zur Benutzung der 1. Klasse
• Tageskarte für Einzelpersonen (außer die ermäßigte für eine Tarifzone) für alle Tarifzonen
• Familientageskarte
• Gruppenkarte
• Nachtticket
• Fahrradmonatskarte

Fahrradmitnahme wird einfacher
Für Inhaber von Monats- oder Jahreskarten bleibt alles unverändert: Ein Fahrrad darf immer kostenlos mit. Doch bei den sonstigen Tickets wie Tages- oder Wochenkarten gab es zwölf verschiedene Regelungen darüber, was die Mitnahme des Drahtesels kostet. Das richtete sich immer nach der Wahl des Tickets bzw. der Reiseweite. Mit dem Tarifwechsel am 1. November gilt ein zweistufiges Preissystem unabhängig von der Ticketart. Ist der Fahrgast mit seinem Rad in einer Tarifzone unterwegs, muss ein Ticket für eine ermäßigte Einzelfahrt in einer Tarifzone in Höhe von 1,40 Euro gelöst oder ein Abschnitt der ermäßigten 4er-Karte entwertet werden. Für eine Fahrt ab zwei Tarifzonen schlägt die ermäßigte Einzelfahrt der Preisstufe 2 mit 2,60 Euro bzw. zwei entwerteten Abschnitte der ermäßigten 4er-Karte zu Buche. Diese neue Regelung gilt auch für die Mitnahme von Hunden.

Die Übergangsregelungen im Überblick
1. Alle Fahrausweise, die preislich unverändert bleiben, können auch weiterhin verwendet werden.
2. Jahreskarten 2010 gelten bis zum 1.01.2011 unverändert nach dem alten Preis.
3. Monats- und Wochenkarten zum alten Preis können letztmalig am 31.10.2010 entwertet werden und gelten dann bis zum Ende ihrer zeitlichen Gültigkeit.
4. Für die Abo-Kunden wird grundsätzlich der Monat November 2010 noch zum alten Preis berechnet. Für Abo-Kunden im Direktbezug über die Schulen wird der neue Preis bereits ab 1.11.2010 berechnet.
5. Einzelfahrscheine und ermäßigte Tageskarten für eine Tarifzone zum alten Preis können letztmalig am 31.10.2010 entwertet werden.
6. Nicht genutzte Fahrausweise zum alten Preis können nur mit Wertausgleich in allen Servicezentren der Partnerunternehmen im VVO umgetauscht werden. Die Umtauschmöglichkeit wird befristet bis 31.03.2011.

Individuelle Beratung durch Kundendienst
Die Mitarbeiter der VVO-Mobilitätszentrale sowie der Partnerverkehrsunternehmen informieren individuell alle Fahrgäste zum Thema Tarif und Fahrplan. Die Info-Hotline des VVO ist täglich unter der Nummer: 0351/852 65 55 erreichbar.

Gründe der Tarifanpassung (aus der Nachricht vom 3. Juni 2010)
Gründe der TarifanpassungAlle Fahrgäste fordern einen attraktiven, modernen und zuverlässigen Nahverkehr. Damit die Verkehrsunternehmen das leisten können, wird eine Tarifanpassung nötig. Bei den Unternehmen stiegen insgesamt die Betriebskosten.
Die Förderung von staatlicher Seite für neue Fahrzeuge sanken. In Folge dessen ist ein höherer Anteil an Eigenmitteln notwendig, um in Fahrzeuge oder die Infrastruktur zu investieren. Durch den Einsatz neuer Busse gingen die Emissionen in den vergangenen Jahren deutlich zurück, so dass der Nahverkehr als aktiver Umweltschutz verstanden werden muss. Der Anteil an Feinstaubpartikeln konnte um 66 Prozent reduziert werden, währenddessen der Ausstoß von Kohlendioxid um 20 Prozent zurück ging.

Ein weiterer Grund für die notwendig gewordene Anpassung sind die in den vergangenen zwei Jahren um 2,8 Prozent gestiegenen Personalkosten, nachdem zehn Jahre lang keine Erhöhung der Löhne erfolgte. Relevant sind ebenso die Preiserhöhungen beim Fahrstrom: Wie auch jeder Nutzer im privaten Bereich merkt, sind auch die Unternehmen davon betroffen. Erhöhungen von mehr als 9 Prozent schlagen bei den Partnerverkehrsunternehmen zu Buche. Des Weiteren macht sich der Rückgang von Schülern bemerkbar. Seit 2007 sind es 11 Prozent weniger Schüler. Schlussendlich fehlen diese als Fahrgäste und sorgen bei den Unternehmen für Einnahmeausfälle. Schulschließungen sorgen für immer längere Reisewege bei Kindern und Jugendlichen, diese wiederum machen die Beförderung immer teurer.

Quelle: Verkehrsverbund Oberelbe (VVO)

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