-w- Besucheransturm bei öffentlicher Probe für den Ballettabend „Rachmaninow“

Am Dienstagabend wollten viele Leipziger Opern- und Ballettfreunde bereits vor der Premiere einen ersten Blick auf den kommenden Ballettabend „Rachmaninow“ werfen. +++

Die öffentlichen Proben der Oper Leipzig, traditionell „Werkstatt“ genannt, sind immer gut besucht. Doch um einen Blick auf den kommenden Ballettabend „Rachmaninow“ zu werfen, kamen besonders viele Interessierte, um zu erfahren, was sie bald in der Oper Leipzig erwartet. Ganz besonders wird neben der Choreografie von Mario Schröder auch die visuelle Aufbereitung des Stückes durch Bühnenbildner Paul Zoller sein.

„Es wird kein Bühnenbild im konventionellen Sinne zu sehen sein, sondern eben nur Raum, der mit Licht gestaltet ist. Wir haben jetzt die Möglichkeit, mit einer neuen Technik Nebel zu erzeugen, der dann das Licht sozusagen wirklich als malerisches Element sichtbar macht“, so Zoller.

Das gewollt reduzierte Bühnenbild soll die Tänzer und natürlich auch Rachmaninows Musik noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Im Gegenzug konzentriert sich Paul Zoller für den zweiten Teil des Ballettabends dafür mehr auf die Beleuchtung als akzentuiertes Stilmittel. „Man hat die Leinwand, also den schwarzen Raum, in dem man dann anfängt mit Licht zu malen und dann sehr defizil oft mit Farben spielt oder mit Stimmungen dann so lang dimmt, bis sie dann wirklichen einen atmosphärischen Raum erzeugen.“

Stimmungen zu schaffen, Bilder zu erzeugen und mit den Bewegungen quasi zu malen – das ist das Thema des zweiteiligen Ballettabends. Und auch tänzerisch möchte Ballettdirektor und Chefchoreograph Mario Schröder mit seiner Choreografie zum „Zweiten Klavierkonzert“ von Rachmaninow eine sehr bildliche Umsetzung des Werkes schaffen. „Rachmaninows Musik ist sehr bildlich und wird deshalb sehr häufig für Filme verwendet. Das war auch mein Ansatz, wie ich Rachmaninow kennengelernt habe“, so der Ballettdirektor und Chefchoreograph.

Mit „Rachmaninow“ ehrt die Oper Leipzig den vor zehn Jahren verstorbenen ehemaligen Ballettdirektor und Chefhoreographen Uwe Scholz, dessen Choreographie des „Dritten Klavierkonzertes“ den ersten Teil des Abend bildet. Mit dem neu hinzugefügten „Zweiten Klavierkonzert“ möchte die Oper Leipzig allerdings auch gleichzeitig nach vorne blicken.

„Wir wollen uns ja weiterbewegen. Wir wollen natürlich neue Türen öffnen, wollen auch eine Weiterentwicklung machen. Also es geht nicht darum, etwas zu konservieren, sondern in Kombination zu stellen und dies mit hineinzutragen. Also die Historie mitzunehmen in unseren zukünftigen Weg hinein“, erzählt uns Schröder abschließend.

So gegensätzlich und dennoch verbunden die zwei Klavierkonzerte des russischen Meisterkomponisten sind, so soll auch mit dem Ballettabend der Spagat gelingen, Vergangenes zu würdigen, aber auch auf dessen Fundament Neues zu errichten. Wer das selbst erleben will, kann das ab dem 28. November tun – dann feiert „Rachmaninow“ Premiere in der Oper Leipzig.