-w- Ein Abend voller Gegensatz und Verbundenheit – „Rachmaninow“ startet in der Oper Leipzig

Ab dem kommenden Freitag zeigt die Oper Leipzig den zweiteiligen Ballettabend „Rachmaninow“ – ein Stück, das Altes und Neues hervorragend kombiniert. +++

Tradition und Moderne. Vergangenheit und Zukunft. Weggehen und Wiederkommen. Der zweiteilige Ballettabend „Rachmaninow“ der Oper Leipzig ist von Gegensätzlichkeit geprägt. Und dann auch wieder nicht. Untermalt von der zeitlosen Musik des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow ist es ein Wechselspiel zwischen zwei Choreografien aus zwei verschiedenen Zeiten, die dennoch zusammengehören.

Für die Tradition im Ballettabend „Rachmaninow“ steht die Choreographie des verstorbenen Uwe Scholz. Für den erfahrenen Tänzer Oliver Preiß ist die Arbeit des ehemaligen Ballettdirektors und Chefchoreographen dennoch unvergänglich. „Die Werke, die er hier für das Leipziger Opernhaus gemacht hat und auch darüber hinaus natürlich auch an anderen Häusern weltweit ist, denke ich, einfach ein Garant dafür, dass man ihn einfach nicht vergessen darf. Dass er einfach nach wie vor präsent ist“, so der Tänzer. 

Und die junge Tänzerin Yoojin Jang des Leipziger Ballett ergänzt: „Ich glaube, er (Uwe Scholz, Anm. d. Red.) wollte alle Noten zeigen. Dass die Leute die Musik nicht nur hören, sondern sie auch sehen kann. Die Noten sind die Tänzerinnen eigentlich.“

Der zweite Teil des Ballettabends steht für das Neue. Ballettdirektor und Chefchoreograph Mario Schröder interpretiert das „Zweite Klavierkonzert“ von Rachmaninow zwar im starken Kontrast zur Choreografie des „Dritten Klavierkonzertes“ von Uwe Scholz, vergisst dabei aber dennoch nicht die Ursprünge. Verbundenheit trotz Gegensatz. „Ich habe immer wieder betont, dass die Arbeit von Uwe Scholz mit hinein genommen soll in diese Zeit“, erzählt der Ballettdirektor und Chefchoreograph stolz.

Für den Zuschauer wird dieser Gegensatz dennoch musikalisch und auch gestalterisch deutlich. Während im ersten Teil Choreografie und Inszenierung eine klassische Einheit bilden, verfolgt der zweite Teil von „Rachmaninow“ einen sehr modernen Ansatz. Das zeigt sich vor allem auch durch die Beleuchtung.

„Es gibt als Spezialität, was für als Bühnenbild zu bezeichnen ist, bewegliche Scheinwerfer. Ein Drehender und zwei Fahrende, die sozusagen wie Protagonisten in das Spiel eingreifen werden, in die Choreografie miteingebunden sind“, beschreibt Bühnenbildner Paul Zoller den zweiten Teil des Abends.

Und auch tänzerisch zeigen sich natürlich deutlich Gegensätze in der Choreografie von Mario Schröder. Und dann eben auch nicht. Verbundenheit trotz Gegensatz: „Er versucht es natürlich über eine ganz andere Ästhetik, eben nicht über den Spitzenschuh, sondern versucht es eben mehr über die physische Art rüberzubekommen und die Musik zu transportieren. Und ich finde, es gelingt ihm sehr, sehr gut.“, so Oliver Preiß abschließend.

Der Schweizer Autor Kurt Haberstich hat einmal gesagt: „Wo Gegensätze sich berühren, beginnt die Vorstellungskraft.“ – Diese Worte treffen auch auf „Rachmaninow“ der Oper Leipzig zu. Obwohl es so scheint, dass die zwei Teile des Abends miteinander konkurrieren, so sind sie in Wahrheit Partner. Und diese einzigartige Erfahrung sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn „Rachmaninow“ am 28. November Premiere feiert.