Wacker Leuben kämpft ums Überleben

Dresden – Wacker Leuben braucht einen neuen Kunstrasenplatz.  Auf dem Hartplatz neben der alten Staatsoperette wollen Kinder schon lange nicht mehr kicken. Mit einem Freundschaftsspiel gegen ehemalige Bundesligaspieler machte der Verein am Wochenende auf die harten Zustände aufmerksam. 

Back to the roots – zurück auf den Hartplatz. Für Bundesligalegenden wie Tomislav Piplica, Daniel Ziebig und Steffen Heidrich war das Spiel am Samstag gegen Wacker Leuben eine Reise in die Vergangenheit. Seit ihrer Jugend haben sie nicht mehr auf einem sogenannten Tennenplatz gespielt – der Freundschaftskick gegen Wacker war deshalb für alle Beteiligten etwas besonderes.

In Dresden kann man Hartplätze quasi an einer Hand abzählen. Die Heimstätte von Wacker Leuben ist einer der letzten der Stadt. Die Männer sehen es sportlich; trotz oder vielleicht wegen der ungewöhnlichen Bedingungen stieg die 1. Mannschaft im letzten Jahr in die Stadtliga A auf. Für die Jugendarbeit des Vereins wird der staubige Untergrund jedoch allmählich zum Problem. Gerade einmal 15 Kinder sind für das kommende Jahr gemeldet – ein Armutszeugnis für einen Fußballverein in einer Stadt wie Dresden.

Ein Kunstrasen soll her – am besten so schnell wie möglich. Beim Sportstättenbetrieb der Landeshauptstadt macht man dem Verein jedoch wenig Hoffnung. Erst 2012 wurde der Platz saniert, Wasserablauf inklusive. In den nächsten zwei Doppelhaushalten hätten deshalb andere Projekte Priorität. Abgeschrieben hat die Stadt die Sportstätte jedoch offenbar nicht – erst kürzlich wurden die Medien zum Vereinsgelände neu verlegt. Doch Wacker drängt auf die Verlegung eines Kunststoffrasen. An den Kosten von rund einer halben Million Euro würde man sich beteiligen.

Beim Freundschaftsspiel gegen die naturrasenverwöhnten Bundesligapensionäre konnten die Leubener übrigens ihren Heimvorteil zunächst nicht nutzen. Ex-Dynamo Christian Fröhlich brachte die Altstars in Führung. Vor rund 300 Zuschauern hieß es am Ende 6:3 für die Bundesligaauswahl. Bis auf ein paar Schürfwunden gab es glücklicherweise keine nennenswerten Verletzungen.

Klar ist, dass früher oder später alle verbleibenden Tennenplätze der Stadt in Kunstrasenplätze umgewandelt werden sollen – Leuben könnte als letztes dran sein, nämlich frühestens in fünf Jahren. Dann könnte es allerdings zu spät sein.