Wahljahr 2009: „Stühle frei für die Frauen!“

„Vor 90 Jahren, am 19. Januar 1919, erhielten Frauen in Deutschland erstmals das aktive Wahlrecht“, so Sachsens Gleichstellungsministerin Christine Clauß heute in Dresden.

 „Die Wählerinnen haben damals ihre neuen Rechte genutzt. 41 weibliche Abgeordnete zogen in den Reichstag ein. Das waren immerhin zehn Prozent aller Reichstagsmandate.“

Im Vergleich zu manchen Länderparlamenten, Gemeinderäten und Kreistagen ist der Frauenanteil im Bundestag (31,6 Prozent) und im Europäischen Parlament (30,3 Prozent) zwar relativ hoch. Im Sächsischen Landtag liegt der Anteil der Mandatsträgerinnen hingegen bei derzeit 26,6 Prozent. Angesichts des Wahljahres 2009 heißt es daher: „Stühle frei für die Frauen! Denn ohne sie ist kein Staat zu machen“, so Clauß. „Die Einführung des Frauenwahlrechts war ein Meilenstein auf dem Weg zu Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen zur Wahl gehen. Leider sind sie in der Politik immer noch unterrepräsentiert. Ich würde mir wünschen, dass sich viel mehr Frauen selbst zur Wahl stellen“, erklärte Clauß.„Demokratie braucht die Erfahrungen, das Wissen und die Kompetenzen von Männern und Frauen“, betonte Clauß.

Im Hinblick auf die Kommunalwahlen appellierte sie an die Frauen, selbstbewusst für einen Sitz im Gemeinde- oder Stadtrat zu kandidieren: „Die Entscheidungen von Gemeinde- und Stadtrat beeinflussen die Lebenssituation der Menschen vor Ort ganz unmittelbar. Das soll Ansporn insbesondere für Frauen sein, ihr gesellschaftliches Engagement auch auf politischer Ebene einzubringen.“

Clauß wies in diesem Zusammenhang auf neueste Studien hin, die belegen, dass das gesellschaftliche Engagement gerade von jungen Frauen überproportional hoch ist. „Frauen für politisches Engagement und politische Mandate zu gewinnen ist daher eine wichtige Aufgabe für die Parteien – eine gleichstellungspolitische Aufgabe, aber auch ein Muss für die Engagementförderung wie für die Qualitätssicherung der Politik auf allen Ebenen.“ Die Staatsregierung unterstütze Frauen beim Bilden von Netzwerken.„Moderne Gleichstellungspolitik bedeutet auch, die politische Beteiligung von Frauen dauerhaft abzusichern und zu stärken. Dazu braucht es neuen Schwung auf der Ebene der Länder und der Kommunen. Denn Demokratie lebt von der aktiven und ausgewogenen Mitwirkung von Frauen und Männern an politischen Entscheidungsprozessen“, so Clauß abschließend.Rückfragen an Pressesprecher Ralph Schreiber: mailto:pressestelle@sms.sachsen.de

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