Warnstreik bei CVAG legt Nahverkehr lahm

Verwaiste Bahnsteige am Mittwochmorgen an der Chemnitzer Zentralhaltestelle – der öffentliche Personennahverkehr war komplett lahmgelegt worden.

Seit Dienstbeginn 3:30 Uhr hatte der Warnstreik bei der Chemnitzer Verkehrs-AG und ihrem Tochterunternehmen ETP begonnen. Die Beschäftigten zeigten sowohl am Busbetriebshof an der Werner-Seelenbinder-Straße, als auch am Straßenbahnbetriebshof Adelsberg Flagge.

Hintergrund des halbtägigen Warnstreiks ist der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst. ver.di und weitere Gewerkschaften fordern 6 Prozent mehr Lohn für die mehr als 2 Millionen Beschäftigten und stellen sich gegen geplante Einschnitte bei der Altersversorgung. Die ersten beiden Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern verliefen bisher ergebnislos.

Interview: Sven Vogel, Gewerkschaftssekretär „Verkehr“ bei ver.di

Laut ver.di beteiligten sich rund 300 Beschäftigte der CVAG und ETP am Warnstreik. In einer Mitgliederversammlung hatten sich die Kollegen zunächst für eine halbtägige Arbeitsniederlegung bis in die Mittagsstunden ausgesprochen.

Da der Warnstreik bereits am Wochenende angekündigt wurde, konnten sich viele Nutzer von Bus und Bahn noch rechtzeitig nach Alternativen umsehen.

Stimmen von Chemnitzer Bürgern

Interview: Sven Vogel, Gewerkschaftssekretär „Verkehr“ bei ver.di

Nachdem in Sachsen und anderen Bundesländern bereits Verwaltungen und teilweise Kindertagesstätten bestreikt wurden, ist das Ende der Fahnenstange, was den Fortgang des Arbeitskampfes angeht, noch nicht erreicht.

Bis zur dritten Tarifrunde am 28./29. April kann es auch in Chemnitz zu weiteren Warnstreiks im öffentlichen Dienst kommen. So streikt am Donnerstag die Chemnitzer Stadtverwaltung. Sollte es keine Annäherung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geben, drohen sogar dauerhafte Streiks.

Interview: Sven Vogel, Gewerkschaftssekretär „Verkehr“ bei ver.di

Gegen 12 Uhr rollten die ersten Busse und Bahnen der CVAG wieder durch Chemnitz. Bis das gesamte Liniennetz wieder planmäßig unterwegs war, dauerte es allerdings eine ganze Weile.

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