Warten auf den Weltuntergang

Seit 1740 befindet sich der Maya-Codex in Dresden, doch noch nie hat es so einen Besucheransturm gegeben, wie in diesem Jahr. Hartnäckig hält sich das Gerücht vom nahenden Weltuntergang, den der Maya-Kalender für 2012 vorhersagen soll.+++

Der Ansturm auf den Maya Codex im Buchmuseum der Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden ist riesig. Am Donnerstag, zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung rund um den geheimnisvollen Maya-Kalender platzten die Räume aus allen Nähten. Als Redner hatte sich Deutschlands führender Maya-Forscher aus Bonn angekündigt.

Und mit einem Missverständnis räumt er gleich auf: am 21. Dezember 2012 wird die Welt aller Voraussicht nach nicht untergehen. Tatsächlich geht an diesem Tag der 13. Maya-Zyklus seit Erschaffung der Welt zu Ende. Zusammen mit der Flutszene aus dem Dresdner Codex entstand so die Vorstellung vom Ende der Welt.

Interview im Video mit Prof. Nikolai Grube, Maya-Forscher

Davon können sich Besucher des Buchmuseums in Dresden nun selbst ein Bild machen. Die neue Ausstellung erklärt, was auf den einzelnen Seiten des Codex dargestellt ist und was es bedeutet. Diesem Rätsel wollen immer mehr Menschen auf den Grund gehen. 

Interview im Video mit Katrin Nitzschke, Leiterin Buchmuseum

Weltweit existieren nur noch drei Handschriften der Mayas aus vorspanischer Zeit und keine in Mittelamerika. Die Eroberer haben alles verbrannt. Immer wieder kommen deshalb auch Nachfahren der Maya nach Dresden, um den Codex zu sehen. 

Interview im Video mit Katrin Nitzschke, Leiterin Buchmuseum

Der Maya-Codex wird uns dieses Jahr noch viel beschäftigen. Im April veröffentlicht Nikolai Grube ein Buch, in dem erstmals alle Seiten des Codex systematisch kommentiert werden. Im Mai hat ein Film eines Dresdner Filmteams Kinopremiere und im September will der mexikanische Botschafter zu einem Maya-Fest in Dresden einladen.

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