Warum der Hautcheck nach dem Urlaub so wichtig ist

Achten Sie auf sich und Ihre Haut.

Mit rund 270.000 Neuerkrankungen im Jahr gehört Hautkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei über 80 Prozent der Betroffenen wird heller Hautkrebs diagnostiziert. Er ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Die restlichen knapp 20 Prozent erkranken an schwarzem Hautkrebs, der tödlich enden kann, wenn er nicht früh genug erkannt und behandelt wird. Deshalb ist eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge in Form eines Hautscreenings enorm wichtig. Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt für Dermatologie am Klinikum Vest in Recklinghausen und Experte der KNAPPSCHAFT, erklärt, wie die Hautkrebsvorsorge abläuft und worauf Sie bei der Pflege Ihrer Haut achten sollten.

Was ist Hautkrebs?

Die Haut ist unser größtes Organ und braucht eine besondere Zuwendung. Unsere Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen wie Hitze, Kälte und Schmutz und ist täglich UV-Strahlen ausgesetzt, die ihr schaden. Zu viel UV-Strahlung kann zu Hautkrebs führen, also zu verschiedenen Tumorerkrankungen der Haut.

Der helle beziehungsweise weiße Hautkrebs wächst nur lokal und lässt sich in der Regel gut behandeln. Weißer Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Haut.

Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist dagegen viel aggressiver. Er neigt dazu, Krebszellen über das Lymphsystem zu verteilen, was zu Metastasen führen kann. Wird ein Melanom im frühen Stadium erkannt, ist die Erkrankung meistens noch heilbar.

Je nach Hautkrebsart und Stadium bieten sich unterschiedliche Behandlungsmethoden an. Die häufigste und effektivste Methode ist das operative Entfernen des Hauttumors.

Hautkrebsvorsorge, © KNAPPSCHAFT

Vorsorgen mit dem Hautkrebsscreening

Die Hautkrebsvorsorge wird ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von der Krankenkasse bezahlt. Einige Krankenkassen, wie die KNAPPSCHAFT, übernehmen die Kosten für die Hautkrebs-Früherkennung auch schon früher. Das Screening selbst ist schmerzlos und dauert in der Regel nur circa 15 Minuten. Prof. Dr. Rolf-Markus Szeimies klärt über den Ablauf auf:

  1. Zuerst findet die Anamnese statt. Der behandelnde Arzt fragt den Patienten zum Beispiel, ob er selbst Veränderungen an Muttermalen feststellen konnte und ob es in der Familie bereits Fälle von Hautkrebs gab.
  2. Der Arzt untersucht alle Muttermale auf ihre Größe, Farbe und Beschaffenheit. Diese Untersuchung muss äußerst gründlich gemacht werden, um mögliche Hautveränderungen zu erkennen. Das bedeutet, der Arzt schaut sich den ganzen Körper samt Hautfalten, Kopfhaut, Achselhöhlen und Intimbereich an. Denn Hautkrebs kann sich auch an Stellen bilden, die selten der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.
  3. Entdeckt der Arzt verdächtige Stellen, werden sie mit einer Lupe genauer betrachtet und gegebenenfalls direkt entfernt. Die Gewebeproben kommen ins Labor zur weiteren Analyse. Dein Arzt notiert Muttermale und Flecken, die nicht entfernt werden müssen, und beobachtet diese in den kommenden Jahren.

Hautkrebs-Früherkennung mit der ABCD-Regel

Sie können vorsorgen, indem Sie mögliche Hautveränderungen selbst beobachten. Die ABCD-Regel hilft Ihnen dabei, verdächtige Muttermale zu erkennen.

A – Asymmetrie: Haben Ihre Muttermale eine ungleichmäßige oder auffällige Form?

B – Begrenzung: Ist der Rand eines Muttermals unscharf oder uneben?

C – Colour (Farbe): Hat Ihr Muttermal verschiedene Farben oder ist es sehr dunkel?

D – Durchmesser: Ist Ihr Muttermal größer als fünf Millimeter oder ist es schnell gewachsen?

Wenn eins dieser Merkmale zutrifft, ist das noch kein Grund in Panik zu verfallen. Viele Muttermale weisen sogar mehrere Merkmale auf und sind nicht bösartig. Allerdings ist es immer ratsam, dies im Rahmen der Hautkrebsvorsorge genauer vom Profi untersuchen zu lassen. Das kann ein Hautarzt sein, aber auch dein Hausarzt, wenn er das Zertifikat zur Hautkrebsfrüherkennung erworben hat.

Was gehört noch zur Hautkrebsvorsorge?

Hautkrebsvorsorge heißt auch, vorausschauend etwas für den Schutz Ihrer Haut zu tun. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Prof. Dr. Szeimies warnt: „Hautkrebs kann auch jüngere Menschen treffen. Obwohl die große Welle der Sonnenbank-Besuche vorbei zu sein scheint, gibt es immer noch viele Menschen, die sich ohne ausreichenden Schutz den gefährlichen UV-Strahlen aussetzen. Nur um ihre Haut möglichst schnell zu bräunen.“

Generell haben Menschen mit heller Haut ein größeres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Aber auch diejenigen, die beispielsweise arbeitsbedingt oft und lange der Sonne ausgesetzt sind, laufen vermehrt Gefahr, Hauttumore zu bilden.

© SACHSEN FERNSEHEN

Was begünstigt eine Hautkrebserkrankung?

  • helle Haut mit Neigung zum Sonnenbrand
  • viele Muttermale (>50)
  • weiße Pigmentflecken
  • häufiger Sonnenbrand (vor allem in der Kindheit)
  • viel Sonneneinstrahlung ohne ausreichenden Schutz durch Sonnencreme
  • häufige Solarium-Besuche

Achten Sie immer auf einen guten Schutz vor der Sonne: Es ist ein Irrglaube, zu denken, dass Sie im Schatten vor Sonnenbrand geschützt sind. Selbst Kleidung lässt noch einige UV-Strahlen durch.

Die Devise lautet also, sich so gut wie möglich vor der Sonne zu schützen. Am besten durch Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Denken Sie in jedem Fall auch ans Nachcremen. Sie sollten Ihren Schutz auch bei wasserfesten Sonnencremes nach dem Baden auffrischen, da sich der Schutzfilm durch das Wasser und das Abtrocknen mit einem Handtuch abreibt und an Intensität einbüßt.

Wichtig: Denken Sie auch im Alltag daran, Sonnenschutz zu verwenden. Prof. Dr. Szeimies weiß: „Gerade Kinder sollten vor dem Spielen draußen eingecremt werden. Kinderhaut ist nämlich besonders empfindlich und verbrennt schnell.“

Rund ums Thema Sonnenbaden kursieren nach wie vor viele Mythen und Irrtümer. Viele davon sind jedoch falsch. Lesen Sie hier mehr über alle gängigen Mythen zum Sonnenbaden.

Hier gibt’s mehr Infos zum Hautkrebsscreening für Versicherte der KNAPPSCHAFT.