Warum ist Flugasche für Flugzeuge so gefährlich?

Die Aschewolke aus Island hat gravierende Folgen: Ein Viertel aller Flüge sind europaweit ausgefallen. Noch immer müssen viele Passagiere am Boden bleiben. Eine übertriebene Maßnahme oder Vorsicht aus gutem Grund? Informationen unter www.dresden-fernsehen.de +++

Die Entscheidung, so viele Maschinen in den Starlöchern warten zu lassen, erscheint angesichts einiger  in der Vergangenheit als sehr vernünftig.

In den 1980er-Jahren flogen über Indonesien und Alaska Maschinen des Typs Boeing 747 ohne Vorwarnung in Wolken aus Vulkanasche. Die schmutzige, aber trockene Wolke war auf keinem Radarschirm zu sehen. Die Passagiere hatten zunächst sprühende Funken, die an den Fenstern vorbeischossen, bermerkt. Die Piloten hatten den Eindruck, als würden sie direkt auf ein Feuerwerk zusteuern.

Die Ascheteilchen wurden durch die Reibung elektrostatisch aufgeladen und wirkten deshalb wie Blitze. Die geladenen Teilchen begannen den Funkverkehr zu behindern. Plötzlich versagte ein Triebwerk nach dem anderen. Die Aschepartikel waren beim Eintritt in die Triebwerke geschmolzen und im hinteren Teil wieder abgekühlt. So bildete sich eine klebrige Masse, die die Düsen verstopfte und die Motoren außer Kraft setzte.

Die Flugzeuge mussten in Reiseflughöhe einen Segelflug übergehen. Immer wieder versuchte man, die Triebwerke wieder in Gang zu bringen. Inzwischen konnten die Piloten auch nichts mehr sehen. Die aufgewirbelten Partikel wirkten wie ein Sandstrahler: Sie zerkratzten die Frontscheibe und versperrten jegliche freie Sicht. Die Flieger sanken immer tiefer. Und das war ihr Glück: Sie hatten schließlich so viel an Höhe verloren, dass sie die Aschewolke hinter oder besser: über sich gelassen hatten. Die klebrigen Aschepartikel verhärteten sich und lösten sich wieder von Turbinenblättern und -wänden.
Die Piloten konnten die Antriebe neu starten und sicher landen.

Diese Erfahrungen verdeutlichten die Gefahr, die auch für die modernsten Systeme der zivilen Luftfahrt von Vulkanasche ausgeht, von der jedoch nur wenige Reisende wissen.

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