Was ist los mit der Leipziger XL-Tram?

Leipzig – Sie ist das neue Flagschiff der Leipziger Verkehrsbetriebe. Die XL-Tram Tramino aus den polnischen Solaris-Werken. Doch gleich zu Beginn des neuen Jahres hatten die LVB erneut Pech mit der 38 Meter langen Superbahn. Im Straßenbahnhof Angerbrücke entgleiste am 1. Januar beim Umsetzen eines der Fahrzeuge. Wahrscheinlich durch einen Weichenfehler sprang ein Drehgestell aus der Schiene. Laut LVB hätte das bei jeder Bahn passieren können.

Nicht die erste Havarie seit Inbetriebnahme der XL-Tram. Nur knapp eine Woche nach der Jungfernfahrt im Juli 2017 musste sie wegen Softwareproblemen zurück in die Werkstatt. Kurz darauf krachte die Bahn dann beim Abschleppen auf den Schleppzug – ein Kupplung war gebrochen. Ein Pannenfahrzeug ist die Tram laut LVB trotzdem nicht. Denn während zum Beispiel neue Autos vor ihrer Marktreife über Jahre getestet würden, passiert das bei Straßenbahnen schon im laufenden Betrieb. Daher sei die Wahrnehmung eine ganz andere.

Fakt ist, dass die Leipziger mit den neuen Bahnen zufrieden sind. Vor allem die breiten Türen und der Platz für Kinderwagen und Rollstuhl kommen laut LVB gut an. Aktuell sind sechs der XL-Trams im Probebetrieb, davon eine in der Fahrschulausbildung. Für die Nachbesserungen müssen übrigens nicht die Verkehrsbetriebe bezahlen. Hier ist der Hersteller, also Solaris, in der Pflicht.

Bis 2020 sollen 41 der XL-Trams kommen, um die alten Tatra-Züge abzulösen. Und dann für mindestens 30 Jahre sicher und zuverlässig durch Leipzig rollen.