Was tun, wenn ich etwas liegen lasse?

Jeder von uns hat schon einmal etwas verloren. Im besten Fall findet sich das Vermisste, sei es nun ein Schlüsselbund, ein Handy oder auch die Geldbörse, von selbst wieder an.

Bleibt das Stück allerdings verschwunden, ist das Pech. Helfen kann jetzt nur noch der Zufall – oder aber das Chemnitzer Fundbüro.

Es passiert recht schnell, relativ oft und Vergesslichkeit ist meistens die Hauptursache. Eine Sekunde mit den Gedanken ganz woanders und schon bleibt etwas liegen. Gerade in den Bussen und Bahnen der CVAG sammelt sich so einiges an: Kleidungsstücke, Taschen, Schlüssel, ja selbst ein Gebiss ist schon einmal ohne seinen Eigentümer weitergefahren. Verloren gehen die Sachen allerdings nicht.

Interview: Stefan Tschök – Pressesprecher CVAG

Rund 50 Fundsachen pro Woche sammelt das Verkehrsunternehmen ein. Und hier landet das Ganze schließlich. Im Bürgeramt auf der Elsasser Straße befindet sich das Fundbüro der Stadt Chemnitz. Bei Karin Kießling stapelt sich in fast raumhohen Regalen alles, was der Chemnitzer so liegen lässt: ein buntes Sammelsurium aus Taschen, Regenschirmen, Handys, sogar eine Leninbüste von Lew Kerbel wurde schon einmal abgegeben. Alle Fundstücke werden registriert und sechs Monate lang sorgfältig aufbewahrt. Findet sich ein Hinweis auf den Besitzer, wird dieser angeschrieben. Bei allen anderen, die etwas vermissen, hilft nur nachfragen.

Interview: Karin Kießling – Bürgeramt Chemnitz / Fundbüro

Mitunter landen richtig wertvolle Dinge im Fundbüro, wie diese Klarinette. Ihr Wert: rund 1.400 Euro. Der Eigentümer ist ermittelt, er muss jetzt zehn Prozent vom Fundwert als Verwaltungsgebühr zahlen. Das ist aber immer noch besser, als das Instrument komplett zu ersetzen. Generell beträgt die Gebühr mindestens fünf Euro. Seit 17 Jahren ist Karin Kießling für die Fundsachen zuständig. In dieser Zeit hat sie vieles erlebt, Kurioses, Witziges und auch Bewegendes.

Interview: Karin Kießling – Bürgeramt Chemnitz / Fundbüro

Nicht alle Finder sind so ehrlich. So manche verlorene Geldbörse landet leer hier und das obwohl dem Finder ein Finderlohn zusteht. Wird die Fundsache in den sechs Monaten nicht abgeholt, darf sie der Finder gegen Zahlung der Gebühr behalten oder sie wird schließlich versteigert. Das passiert relativ oft, denn viele kommen gar nicht auf die Idee, im Fundbüro nachzufragen. Die, die es tun und Glück haben, sind allerdings froh, wenn sie ihre Sachen wiederbekommen – und das nächste Mal bestimmt ein bisschen aufmerksamer.

++
Mit dem SACHSEN FERNSEHEN Newsletter sind Sie immer top informiert!

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar