Wasserversorgung soll privatisiert werden: Sächsische Großstädte betroffen

Es ist eine Entscheidung mit vielleicht großen Folgen. Wie das EU-Parlament am Donnerstag in Brüssel beschloss, muss die Wasserversorgung in Europa nicht zwangsläufig in private Hände fallen. Großstädte sollten den Wettbewerb allerdings zulassen. +++

Laut des Beschlusses sprach die EU eine Empfehlung an die großen Europäischen Kommunen aus, die Wasserversorgung öffentlich auszuschreiben. Damit würde nach der Strom- und Gasversorgung eines der letzten Grundbedürfnisse in private Hand fallen. Anders als bei diesen Bereichen würden die Kunden aber bei der Wasserversorgung nicht vom Wettbewerb profitieren, so der Sächsische Städte- und Gemeindetag. Private Wasserversorger arbeiten profitorientiert – die Wasserqualität könnte unter dem Gewinndruck der Unternehmen abnehmen, heißt es weiter.

Außerdem wäre es kein richtiger Wettbewerb, denn die Stadt würde nur von einem Unternehmen versorgt, nicht wie bei Strom, Gas oder Telefon/Internet von mehreren gleichzeitig. Eine Preisoptimierung würde es beim Kunden letztendlich nicht geben.