Wave-Gotik-Treffen 2012: Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Mit dem Ende der Pfingstfeiertage endete am Montagabend das 21. Wave Gotik Treffen in Leipzig.

22.000 Fans und mehr als 200 Bands feierten sich vier Tage lang selbst. Laut Mitarbeitern des ASB, die die notärztliche Versorgung auf dem Festivalgelände übernahmen, kam es zu keinen schwerwiegenden Verletzungen. Auch der Sicherheitsdienst JAPO zeichnet ein positives Bild als auch die Polizei Leipzig.

Das WGT ist seit vielen Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Leipzig geworden, so kostete der Eintritt in diesem Jahr Euro 84.- und im Durchschnitt gibt jeder Besucher im Laufe des Wochenendes noch einmal Euro 485.- im Wirtschaftsbereich der Stadt Leipzig aus.

Hier lag auch einer Hauptkritikpunkte befragter Besucher, so wurde die Dissonanz zwischen Kosten und gebotenen Bands stark kritisiert. Ein schwedischer Fan und Aussteller zum Beispiel machte eine einfache Rechnung auf um die Kommerzialisierung zu verdeutlichen: „ Legt man die Standmiete der Aussteller und Caterer sowie die Eintrittsgebühren auf die die Anzahl der Gäste grob um, so ergibt das einen Umsatz von ca. 7 Mio. allein für das AGRA-Gelände (…) dafür werden zu wenig bekannte Bands und Events geboten (…) es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange sich die Menschen noch mit Schaulaufen, Biergarten-Atmosphäre, schlechter Musik zufrieden geben (…) es fällt in den letzten Jahren immer mehr auf, dass die Jungen Fans immer weniger werden es entsteht geradezu eine Kluft zwischen Betuchten und Jugendlichen Nachwuchs (der Veranstalter wäre gut daran beraten mit dem Puls der Zeit zu gehen und das WGT wieder zu einem wirklichen Festival zu machen.“

Ganz ähnlich äußerten sich langjährige Teilnehmer des WGT, so berichtete ein Schweizer Paar, dass sie das Festivalgelände nicht mehr besuchen, sondern einfach nur ein Wochenende in Leipzig verbringen, das sich eine Subkultur zur Subkultur entwickeln würde und vieles ausserhalb der eigentlichen Veranstaltung stattfinden würde.

Text: Eike Grübnau