Wawrzynski-Nachfolge geklärt: Sächsischer Polizeichef Merbitz nach Leipzig versetzt

Wie das sächsische Innenministerium am Freitag mitteilte, wird der zum 1. Oktober 2012 aus dem Amt scheidende, Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski durch den sächsischen Polizeichef Bernd Merbitz abgelöst. +++

Wawrzynski geht ab Oktober in den Ruhestand, um sich danach voll auf seine Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl im Januar 2013 konzentrieren zu können. Der 59-Jährige (selbst parteilos) tritt für die Leipziger CDU an. Eine baldige Regelung der Nachfolge war bereits geplant, nun ist es offiziell. Zusätzlich zum Posten in Leipzig wird Bernd Merbitz die Koordination der Polizeiarbeit bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus verantwortlich leiten. Unter seiner Führung wird eine neue operative Zentralstelle geschaffen.

„Bernd Merbitz ist ein Mann der Tat. Ich schätze ihn als Polizist mit Leib und Seele. Insbesondere im Kampf gegen Rechtsextremismus hat er sich über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Für sein Engagement erhielt er den Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland. Wie kaum ein anderer verfügt er als langjähriger Staatsschutzleiter über exzellente operative Kenntnisse. Bernd Merbitz hat die Soko Rex mit aufgebaut. Wir sagen gemeinsam den Rechtsextremisten und neuen Nazis in unserem Land konsequent den Kampf an. Bernd Merbitz wird diesen Schwerpunkt künftig leiten.“, so Innenminister Markus Ulbig (CDU) zur Personalie von Sachsens höchsten Polizeibeamten. 
 
Für die Aufgabe in Leipzig sieht der Innenminister Merbitz ebenfalls bestens geeignet: „Als Polizeipräsident in Leipzig übernimmt Herr Merbitz eine der wichtigsten Großstadtdirektionen. Die Kriminalitätsbelastung in diesem Bereich ist besonders hoch. Die neu entstehende große Polizeidirektion Leipzig braucht einen echten Praktiker an der Spitze.“

Die Versetzung des Polizeichefs nach Leipzig hat allerdings einen faden Beigeschmack. Schon seit Jahren kursieren Gerüchte, dass es im sächsischen Innenministerium immer wieder zu Streitigkeiten zwischen dem Polizeipräsidenten und Innenminister Markus Ulbig gegeben hat. Die Versetzung nach Leipzig war daher eine durchaus logische Konsequenz.