Wechselhaftes Wetter macht Sachsens Kartoffeln zu schaffen

Aufgrund der wechselhaften Witterung erwarten Sachsens Landwirte in diesem Jahr eine eher durchschnittliche Kartoffelernte. Ob Sie die sächsischen Kartoffeln noch genießen können, erfahren Sie unter www.dresden-fernsehen.de +++

Landwirte rechnen 2010 mit geringerer Ernte

Aufgrund der sehr wechselhaften Witterung in den vergangenen Monaten erwarten Sachsens Landwirte in diesem Jahr eine eher durchschnittliche Kartoffelernte. „Der extreme Wechsel zwischen Kälte, Nässe, Hitze und wieder Nässe macht 2010 zu einer großen Herausforderung für unsere Kartoffelerzeuger“, sagte Landwirtschaftsminister Frank Kupfer heute in Dresden zum offiziellen Start der diesjährigen Kartoffelsaison. „Wegen des lang anhaltenden Winters hat sich der Pflanztermin teilweise bis in den Juni verschoben. Der nass-kalte Mai und die folgende extreme Hitzeperiode bremsten zudem das Wachstum der Knollen“, erläuterte der Minister.

Bei den mittelfrühen und späten Kartoffelsorten rechnet Sachsen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Ernteertrag von rund 380 Dezitonnen je Hektar, rund 50 Dezitonnen weniger als 2009 und rund 20 Dezitonnnen pro Hektar unter dem 5-jährigen Durchschnittswert. „Auch wenn wir an die sehr guten Ernten der vergangenen fünf Jahre nicht anknüpfen können, werden ausreichend sächsische Kartoffeln zur Verfügung stehen. Aufgrund der hohen Qualität und absoluten Frische kann ich nur jedem Verbraucher empfehlen, Produkte aus der Region zu kaufen“, betonte Kupfer.

In Sachsen bauen rund 1 000 Landwirte auf 7 150 Hektar Kartoffeln an, 60 Hektar mehr als im vergangenen Jahr. Am häufigsten werden im Freistaat die Sorten „Gala“, „Solara“, „Laura“ und „Marabell“ (alle vorwiegend festkochend) sowie „Adretta“ (vorwiegend mehligkochend) angebaut. Insgesamt findet man auf den sächsischen Äckern mehr als 25 Sorten in verschiedenen Reifegruppen und Kochqualitäten. Wichtigstes Vertriebsgebiet sächsischer Kartoffelprodukte ist der Freistaat selbst.

Um den Absatz heimischer, qualitativ hochwertiger Produkte transparenter zu gestalten, wurde bereits 1994 die Premiummarke „Erdäpfel aus Sachsen“ ins Leben gerufen. Dadurch wird nicht nur die Herkunft, sondern auch eine hohe, ständig überwachte und rückverfolgbare Qualität gewährleistet. „Erdäpfel aus Sachsen“ enthalten auf der Verpackung eine besondere farbliche Kennzeichnung, ihre Kocheigenschaften sowie Einsatzmöglichkeiten und Rezeptvorschläge. Die Überwachung der Qualitätsparameter, Vermarktung und Auszahlungspreise werden von der „Marktgemeinschaft Erdäpfel GbR“ durchgeführt.

Hintergrund:

Die Kartoffel hat einen hohen Wassergehalt und hohe Nährstoffdichte (etwa 15 % Stärke und 2 % Ballaststoffe). Auch die Gehalte an Vitaminen B1, B6, C sowie Folsäure sind vergleichsweise hoch.In fast allen Industrienationen und auch in Deutschland wird nur ein Teil der Ernte direkt als frische Speisekartoffel verwendet. Der Großteil wird in der Lebensmittelindustrie zu Fertiggerichten, Pommes frites oder Kartoffelchips veredelt. Eine weitere industrielle Verwendung ist die Stärkeherstellung. Deutschlandweit hat sich die Anbaufläche für Kartoffeln in den vergangenen 20 Jahren halbiert, in Sachsen beträgt der Rückgang sogar über 60 Prozent. Allerdings ist der Hektarertrag im gleichen Zeitraum um etwa zwei Drittel gestiegen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Speisekartoffeln ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um etwa 15 Kilogramm, auf derzeit knapp 60 Kilogramm im Jahr zurückgegangen.

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