Weihnachten hinter “sächsischen“ Gardinen

Auch in den sächsischen Justizvollzugsanstalten werden die Räume weihnachtlich geschmückt. Außerdem finden auf den Stationen im Gefängnis gemeinsame Weihnachtsfeiern statt. +++

Weihnachten gilt als schwerste Zeit hinter Gittern. Besonders in der Adventszeit stellt die Unfreiheit für die Gefangenen und deren Angehörigen eine besondere Belastung dar. Daher leisten Bedienstete, Psychologen und Sozialarbeiter besondere Unterstützung, die Weihnachtszeit so hoffnungsvoll wie möglich zu gestalten.

Staatsminister Dr. Jürgen Martens: „Allen Mitarbeitern der sächsischen Justizvollzugsanstalten möchte ich für ihre Mühe danken, den Gefangenen eine würdige Weihnachtszeit zu bereiten. Ihnen, wie auch den Inhaftierten und deren Angehörigen wünsche ich ein gesegnetes Fest.“

Auch in den sächsischen Justizvollzugsanstalten werden die Räume weihnachtlich geschmückt. Es werden Christbäume aufgestellt und Plätzchen gebacken. Um zwischen den verschlossenen Zellentüren ein Gefühl der Gemeinschaft zu entwickeln, finden auf den Stationen gemeinsame Weihnachtsfeiern statt. Vielfältige kulturelle wie auch sportliche Angebote bringen gerade zu dieser Zeit eine vorübergehende Ablenkung vom Haftalltag. Die JVA Leipzig etwa bot den Gefangenen – wie bereits im vergangenen Jahr – die Möglichkeit, mit Hilfe einer großen Anzahl Ehrenamtlicher das Weihnachtsoratorium zu erleben. Theateraufführungen und musikalische Darbietungen geladener Gäste bereicherten die Adventszeit in vielen Anstalten.

Gesonderte Besuchregelungen bieten den Familien und Freunden die Gelegenheit, Zeit mit ihren inhaftierten Angehörigen zu verbringen. So fanden etwa in der Frauenvollzugsanstalt Chemnitz Mutter-Kind-Begegnungstage wie auch Vater-Kind-Begegnungstage in weiteren Einrichtungen statt.

An den Festtagen finden neben Weihnachtskonzerten und Gottesdiensten in den Haftanstalten viele Sportveranstaltungen statt. Die Jugendstrafgefangenen in Regis-Breitingen üben das Krippenspiel für ihre Mithäftlinge selbst ein. In den Justizvollzugsanstalten Görlitz und Waldheim untermalen Posaunenchöre die Gottesdienste zur Weihnachtszeit. Am Heiligabend wird der Gottesdienst in der JVA Dresden von der Staatskapelle Dresden und Musikstudenten gestaltet.

Daneben bieten die Justizvollzugsanstalten eine Reihe sportlicher Aktivitäten für die Inhaftierten: Das traditionelle Volleyballturnier der JVA Görlitz mit Gefangenen- und Bedienstetenmannschaften findet in diesem Jahr am 29. Dezember statt. Auch die Anstalten in Waldheim und Regis-Breitingen veranstalten Volleyballturniere.
In der Justizvollzugsanstalt Zeithain können sich die Gefangenen in den Sportarten Skat, Billard, Kicker und Darts messen. Bei den jugendlichen Gefangenen der JSA Regis-Breitingen sind auch ein Fußballturnier und gemeinsame Gesellschaftsspiele geplant. Im Frauenvollzug der JVA Chemnitz stehen vor allem Basteln und Handarbeiten im Mittelpunkt.

Psychologen und Seelsorger stehen den Gefangenen als Ansprechpartner für Gespräche zur Verfügung. Und auch die Küchen bemühen sich, den festlichen Charakter zu wahren, indem sie weihnachtliche Gerichte zubereiten. Es wird in vielen Haftanstalten am Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen angeboten. An den Feiertagen wird traditionell gespeist: Auf dem Speiseplan der JVA Leipzig findet sich zum 1. Weihnachtsfeiertag gebratenes Geflügel mit Rotkraut und Klößen, gefolgt von Schweineroulade, Blumenkohl und Kartoffeln am darauffolgenden Tag.
In der JVA Bautzen gibt es zum 25. Dezember Kaninchenroulade, Rosenkohl und Kartoffeln, am 2. Weihnachtsfeiertag dann Entenkeule, Rotkohl und Klöße.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium der Justiz und für Europa

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