Weihnachtliche Bergparade

Arschleder, Grubenlampen, Bergmannstrachten – das alles ist wohl eher untypisch für eine Stadt wie Leipzig. Aber am Samstag platzte die Innenstadt vor lauter Bergmännern fast aus allen Nähten. Noch dazu tausende Besucher überall, es war fast kein Durchkommen mehr.

Samstag Nachmittag in Leipzig. Kurz vor Vier – die blaue Stunde in zartrosa an diesem kalten Wintertag. Überall in der Innenstadt versammeln sich tausende Menschen um Eines zu sehen: Die große weihnachtliche Bergparade.

Und schon geht es los. Auf dem Leipziger Brühl regt sich etwas. Die Spitze eines langen Trosses. Erzgebirgisches Flair. Über 600 Teilnehmer in den unterschiedlichsten Bergmannskluften Fast die Hälfte davon mit Instrumenten unterwegs.
Ein festlicher Umzug ist das, auch die Besucher jubeln und rufen immer wieder den Bergmannsgruß. Wenn mehr als 20 sächsische Knappschaften, eine aus Thüringen und sogar eine aus Tschechien in voller Montur durch die adventliche Innenstadt ziehen, dann macht das schon etwas her.

Hinter solchen Umzügen steckt die lange Geschichte des erzgebirgischen Bergbaus. Denn nach dessen Ende hat man die reichen bergmännischen Traditionen bewahrt und weitergeführt. Nun ist es ein weihnachtliches Brauchtum, mit Bergparaden und Aufzügen an das harte Leben der Bergleute zu erinnern. Dabei spielen die Kapellen zünftige Bergparaden-Märsche auf und begeistern damit offensichtlich auch die leipziger Flachländer.

Die Mitglieder der Bergparade kennen zur Adventszeit kaum eine Pause. Jedes Wochenende sind sie in einer anderen Stadt Sachsens unterwegs. Gut zu Fuß müssen sie schon sein, und der Kälte trotzen. Letztes Jahr in Dresden, erzählt einer der Bergmänner, war es so bitterkalt, dass kaum Besucher gekommen waren. Umso mehr freut es die Kumpel, dass heute ein solch begeistertes Gedränge in Leipzig herrscht. Und das Ganze nimmt dann seinen Höhepunkt auf dem Augustusplatz, wo in farbenfrohem Ambiente das Abschlusskonzert erklingt.

Alle zwei Jahre findet die Bergparade in Leipzig statt. So können sich die Leipziger hoffentlich auch auf 2012 freuen. Wenn die Stadt dann erneut Gastgeber dieses imposanten Aufzugs sein wird. Und die Bergparade wieder den festlichen Abschluss des Leipziger Weihnachtsmarktes feiert. Aber keine Angst, ganz vorbei ist es mit dem Weihnachtsmarkt noch nicht. Bis Dienstag 20 Uhr hat er noch geöffnet.