Weihnachtsausstellung zeigt seltene Teigfiguren

Chemnitz – Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge stehen in der Adventszeit in fast jedem Wohnzimmer. Heutzutage werden diese fast ausschließlich aus Holz oder Kunststoff gefertigt. Doch das war nicht immer so. Vor rund 150 Jahren setzte sich die Herstellung sogenannter Massefiguren durch.

Das Schloßbergmuseum widmet diesen Figuren nun eine eigene Ausstellung und zeigt damit einen besonderen und fast vergessenen Zweig erzgebirgischen Kunsthandwerks. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich zunehmend der Brauch Weihnachtspyramiden aufzustellen. Dies führte zu einem erhöten Bedarf an geeigneten Figuren. Eine preiswerte Alternative zu den aufwendig geschnitzten Formen stellten damals die aus einer Masse gefertigten Figuren dar. Wesentliche Bestandteile dieser Masse waren unter anderem Papiermehl, Knochenleim und Mehl.

In der Ausstellung werden aber nicht nur fertige und bemalte Massefiguren präsentiert, auch die Herstellung dieser wird anschaulich dargestellt. So können die Besucher die Fertigung von der Form bis zur fertigen Figur nachvollziehen. Die Ausstellung gibt zudem einen Überblick über das breite Sortiment der damals hergestellten Spiel- und Weihnachtsfiguren. So finden sich Jäger und Jagdtiere, Dorf- und Stadtfiguren sowie für das erzegbirge typische Bergaufzüge.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Herstellung der Massefiguren größtenteils zum Erliegen. Heutzutage werden in Midenau wieder Figuren in der überlieferten Technik hergestellt. Mehr über die Geschichte der Teigfiguren erfahren Interessierte ab dem 26. November im Schloßbergmuseum. Die Ausstellung „Aus Teig gedrückt. Spielzeug und Weihnachtsfiguren aus dem Erzgebirge“ kann danach bis zum 21. Januar 2018 besucht werden.