Welttoilettentag – Ein Gedenken an die Kloschüssel

Leipzig - Im Kampf für das stille Örtchen wird seit 2001 am 19. November der Welttoilettentag begangen. Hintergrund ist das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung.

Aber auch in Sachsen, wo es eine ausreichende Sanitärversorgung gibt, soll an diesem Tag auf die richtige Toilettenbenutzung aufmerksam gemacht werden. Wir wollten wissen, ob die Sachsen überhaupt wissen, was in die Toilette gehört und was nicht. Die Stimmen sind unterschiedlich. "Nichts was im Klärwerk für Ärger sorgt!" lautet eine Antwort. Doch gerade die haben ordentlich zu tun. Jährlich landen im Leipziger Klärwerk Rosental bis zu 1700 Tonnen Müll. Neben den genannten Übeltätern wie Feuchttüchern und anderen Hygieneartikeln landen aber auch skurrile Gegenstände wie Handy und Eheringe in der Schüssel. 

© Leipzig Fernsehen

Neben Essensreste werden zusätzlich auch Medikamente oder Katzenstreu in der Toilette entsorgt und nicht in den Müll getan. Das belastet die Klärwerke enorm wie Daniel Jentzsch, Leiter des Klärwerkes Rosental, erklärt. Die falsche Benutzung führt im Kanalnetz zu hohen Ausfällen - bis zu 300 Pumpenausfällen alleine im Klärwerk Rosental. Um diese Ausfälle zu beheben, entstehen hier bis zu 130.000 Euro Kosten pro Jahr, die sich in Folge auf den Abwasserpreis niederschlagen. In der Regel muss der vom Mieter gezahlt werden. Für die Sachsen fast ein Luxusproblem.

Denn laut Vereinten Nationen (UN) leben über 2,5 Milliarden Menschen ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Die Folge: gesundheitliche und sozio-ökonomische Probleme in vielen ärmeren Gebieten der Erde sowohl auf dem Land als auch in Slums von Großstädten. Der Welttoilettentag will daher auf diese Missstände aufmerksam machen und gleichzeitig drauf hinweisen, dass nur das kleine und große Geschäft sowie das normale, gut zersetzbare Papier in die Toilette gehören.