Weniger Demo-Teilnehmer in Leipzig

Zur Kundgebung des islamkritischen Bündnisses Legida auf dem Augustusplatz kamen etwa 650 Menschen. Ringsherum haben sich um die 2000 Gegendemonstranten versammelt. Die Polizei trennte beide Lager. +++

Es war ein inzwischen typischer Demoabend in Leipzig. Die Legida – Anhänger durften auch am Montag nicht laufen, dafür aber eine Kundgebung auf dem Augustusplatz abhalten. Außerdem waren fünf Gegendemos angemeldet, hunderte Polizisten trennten die beiden Lager und verwandelten die Innenstadt in eine Festung. Alles also wie gehabt…. nur dieses Mal etwas ruhiger.

Während sich bei Legida etwa 650 Personen versammelten, protestierten ringsherum um die 2000 Menschen. Nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche gab es zum Beispiel einen Kerzengang über den Ring. Und vor dem Gewandhaus – in Sicht- und Hörweite von Legida – hatte es sich „Die Partei“ bequem gemacht. Unter dem Namen – „Legida – das Original“ skandierten die Anhänger mal wieder ihr ganz eigenes Motto und ihre ganz eigenen Thesen.

Um kurz nach 19 Uhr legten die Legida-Redner los. Die Themen sind bereits bekannt. Unter anderem ging es wieder um die Asylpolitik, den Schutz der deutschen Kultur und ein besseres Verhältnis zu Russland. Teilweise wurde auf der Bühne sogar russisch gesprochen. Die verdutzten Besucher der Oper mussten derweil von der Polizei an der Kundgebung vorbeigeschleust werden. Gegen 20:25 Uhr löste sich die Versammlung auf, die Teilnehmer wurden mit Polizeischutz zum Bahnhof geleitet. Bis auf kleinere Rangeleien blieb es ruhig, die etwa 1500 Einsatzkräfte wurden laut Polizeispräsident Bernd Merbitz aber definitiv gebraucht.

Insgesamt gab es sieben Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, zwei Körperverletzungsdelikte und eine Sachbeschädigung. Merbitz hofft aber, dass die beiden Lager in Zukunft weniger auf Konfrontation gehen. Wäre eine schöne Sache für Leipzig.