Weniger Zuzugsbonus für Leipziger Studenten

Alle Studierenden, die mit ihrem Erstwohnsitz für das Studium nach Leipzig ziehen, waren bisher berechtigt einen Zuzugsbonus in Höhe von 49 Euro pro Semester zu beziehen. Dies soll ab kommendem Semester geändert werden. +++

Am 22. Juni soll im Stadtrat über die Pläne den Zuzugsbonus durch ein Begrüßungsgeld zu ersetzen, endgültig entschieden werden. Das neue Begrüßungsgeld sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro vor. Selbst bei einem Bachelorstudium mit lediglich sechs Semestern entspricht dies einer faktischen Kürzung um 50 Prozent. Sozialreferent des StudentInnenRates der Universität Leipzig Arnold Arpaci sieht hier die Falschen belastet:

„Auch bei schlechter Kassenlage täte die Stadt gut daran, für die Zukunft der Stadt mehr Studierende anzuwerben statt auf dem Rücken der sozial schwächeren kurzfristig den Haushalt zu entlasten.“

Wenn weniger Studierende, wegen den Einsparungen beim Zuzugsbonus, ihren Erstwohnsitz nach Leipzig verlegen, bedeutet das für die Stadt nur eine zeitweilige Haushaltsentlastung. Denn die Zahl der EinwohnerInnen mit Erstwohnsitz ist maßgeblich für die Schlüsselzuweisung vom Land, die wichtigste Position im kommunalen Finanzausgleich. Deshalb bemüht sich die Stadt um Studierende.

„Viele Studierende scheuen es jedoch ihren Erstwohnsitz bei den Eltern aufzugeben, da sie sonst einige Versicherungen ihrer Eltern nicht mehr mit nutzen können. Der Zuzugsbonus in seiner bisherigen Höhe überzeugte dann doch viele sich umzumelden. Wer diesen Aufwand noch betreiben wird für lediglich 150 Euro ist jedoch fraglich. Die geringe Ersparnis durch das Begrüßungsgeld kommt der Stadt bei den gleichzeitig sinkenden Schlüsselzuweisung teuer zu stehen.“, so Arpaci weiter.