Wenn das Weihnachtspaket nicht ankommt

Verbraucherzentrale Sachsen informiert über Schadensersatzansprüche: Mehr dazu können Sie unter: www.dresden-fernsehen.de +++

Schön ist es in der Weihnachtszeit und besonders am Heiligen Abend, wenn man Pakete öffnen kann. Das betrifft nicht nur die direkt übergebenen Geschenke, sondern auch die, die per Post eintreffen. Allerdings kann es auch passieren, dass das schon avisierte Paket entweder beschädigt ist oder gar nicht eintrifft. Wer kann welche Ansprüche bei wem stellen? Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen gibt darüber Auskunft.

Beim Paketverlust hat der Anbieter der Beförderungsleistung, z. B. die Deutsche Post und die mit ihr verbundenen Unternehmen, wie z. B. DHL, für den Wert des verloren gegangenen Versandgutes aufzukommen. Gemäß ihren AGB leistet die Deutsche Post AG Schadensersatz bis zu einer Höhe von maximal 500 Euro, ohne sich auf die gesetzliche Haftungshöchstgrenze zu beziehen. Diese beträgt ca. 9,41 Euro pro Kilogramm Gewicht. Zuzüglich ist das Entgelt für die Fracht zu erstatten.

Schmidt ist der Auffassung, bei anderen Paketdienstleistern unbedingt vor Absendung des Paketes die Haftungshöchstgrenzen zu erfragen bzw. die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Ist der Wert des Paketes höher als diese Grenzen, empfiehlt sich ggf. eine zusätzliche Versicherung.

Bei Beschädigung des Paketes ist der Unterschied zwischen dem Wert des unbeschädigten Gutes am Ort und zur Zeit der Übernahme zur Beförderung und dem Wert zu ersetzen, den das beschädigte Paket am Ort und zur Zeit der Übernahme gehabt hätte.

Generell sollte man darauf achten, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in den Vertrag einbezogen sind, denn dort befinden sich oft weitere Regelungen zur Haftung. Bei der Deutschen Post kann beispielsweise sowohl der Versender als auch der Empfänger des Paketes Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn das Paket beschädigt, zu spät geliefert oder verloren gegangen ist. Ein Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) befindet sich bei der Deutschen Post auf der vom Versender auszufüllenden Paketkarte. Die AGB hängen dann in der Regel in den Räumen der Deutschen Post aus. Wichtig ist allerdings bei der Schadensmeldung, dass die Paketkarte im Original als Beweis vorgelegt werden muss.

Anbieter wie die Deutsche Post AG haften für Schäden, die darauf zurückzuführen sind, dass einer ihrer Mitarbeiter oder ein anderer Erfüllungsgehilfe vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Anbieter haften allerdings nicht, wenn es sich um Verbotsgüter handelt. Das sind z. B. Sendungen, deren Inhalt, äußere Gestaltung, Beförderung oder Lagerung gegen ein gesetzliches oder behördliches Verbot verstoßen.

Quelle: Verbraucherzentrale Sachsen e.V.

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