Wetter: Der Orkan Christian – eine Bilanz!

Orkan Christian ist am Montag von England kommenden mit seinem Zentrum über die Nordsee und das nördliche Dänemark hinweggezogen und hat in diesen Regionen eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Leider gab es auch zahlreiche Tote und Verletzte und das auch in Deutschland. Orkan Christian war in Deutschland einer der stärksten Herbststürme seit Jahren.

In England war es der stärkste Sturm seit über zehn Jahren, an der holländischen Küste war es sogar der heftigste Orkan überhaupt der jemals in einem Oktober beobachtet wurde. Auf den holländischen Inseln wurden Orkanböen bis 152 km/h gemessen. In Frankreich waren mehr als 75.000 Haushalte ohne Strom. Aber auch in Deutschland kam es zu Sturmrekorden. Auf den Nordseeinseln wehte der Orkan teilweise mit fast 200 km/h. Auf Helgoland wurden Böen bis 190 km/h gemessen – ein Rekordwert für die Insel! In ganz Schleswig-Holstein stürzten Bäume um, Autos wurden beschädigt, Fährverbindungen, Schienenwege und Straßenverbindungen waren unterbrochen.

VIEL ZU SPÄT GEWARNT?

Aber nicht nur die küstennahen Regionen hat es voll erwischt. Auch die Millionenstadt Hamburg wurden buchstäblich lahmgelegt. Dort fegten am Montagnachmittag volle Orkanböen mit satten 120 km/h durch die Stadt. Der komplette Schienen- und Flugverkehr war zeitweise lahmgelegt. Im Stadtgebiet kam es vielfach zu Schäden.

Erstaunlich und nicht nachvollziehbar: Erst um 14.26 Uhr wurde von amtlicher Seite eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienst für die Hansestadt ausgegeben. Dabei war das Unwetter zu diesem Zeitpunkt schon in vollem Gang. Um 14.25 Uhr hatte nämlich schon die Feuerwehr für Hamburg den Notstand ausgerufen.

„Das Orkantief war seit einigen Tagen absehbar. Spätestens am Montagmorgen als die Schäden und Windstärken aus England und Frankreich bekannt waren, hätte man entsprechende Unwetterwarnungen ausgegeben müssen um Menschen und Einsatzkräfte zu warnen. Wieso die Unwetterwarnung erst mitten im Orkan-Chaos in Hamburg ausgegeben wurde ist völlig unverständlich. Eine Unwetterwarnung soll helfen rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen, denn Unwetterwarnungen werden in der Regel direkt von Rundfunksendern übernommen und an die Bevölkerung weitergegeben, zudem werden damit Feuerwehren und andere Einsatzkräfte informiert. Man hatte das Gefühl alle waren gestern Nachtmittag etwas überrascht gewesen. Noch kurioser: Die um 14.26 Uhr ausgegebene Unwetterwarnung wurde für den Gültigkeitszeitraum 15.30 bis 20.00 Uhr angesetzt“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Ein besonders jähes Ende der Spätsommer-Gefühle erlebt heute das südliche Bayern und der Alpenrand. Während im Norden der Sturm tobte, genossen die Münchner am Montagmittag Bier, Eis und Kaffe noch mal in der Sonne. Am Nachmittag wurden in München, Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen satte 24 Grad im Schatten gemessen und dazu gab es einen wolkenlosen Himmel.

Doch damit ist nun Schluss. Über dem Freistadt liegen heute Morgen dicke Wolken und besonders südlich der Donau fällt Regen. Die Temperaturen erreichen in München heute nur noch kühle 12 Grad. „Damit gibt es dort einen Temperatursturz von über 10 Grad binnen 24 Stunden“ erklärt Wetterexperte Jung.

Aber auch im übrigen Deutschland sind die milden Tage mit Spitzenwerten bis 20 Grad erstmal vorbei.

Hier der Trend für die kommenden Tage:

Mittwoch: 8 bis 12 Grad, Sonne und Wolken im Wechsel, kaum Regen
Donnerstag: 9 bis 13 Grad, Sonne und Wolken im Mix, im Nordwesten Regen
Freitag: 6 bis 12 Grad, aus Nordwesten ziehen Regenwolken über das ganze Land
Samstag: 11 bis 14 Grad, bedeckt und zeitweise Regen
Sonntag: 7 bis 12 Grad, viele Wolken und teils starker Regen
Montag: 10 bis 13 Grad, im Osten zeitweise freundlich, im Westen viele Wolken und Regen
Dienstag: 8 bis 12 Grad, Sonne, Wolken und Schauer im Wechsel

Mit dem Oktober geht also auch der goldene Herbst zu Ende. Es bleibt in den kommenden Tagen ziemlich wechselhaft und das – für einige Menschen lange (Allerheiligen) – Wochenende wird ziemlich ungemütlich. Auch der Wind wird zum Wochenende wieder ein Thema werden, wenn auch derzeit kein so starker Sturm wie Orkan Christian zu erwarten ist. Dennoch sollte man die Wetterlage im Auge behalten, denn schon nächste Woche könnte der Sturm wieder deutlich zunehmen…