Wetter: Deutschland im Schwitzkasten der Sahara-Hitze

Es wird immer heißer. Am Montag wurden Spitzenwerte bis 36 Grad erreicht, gestern schaffte es das Thermometer stellenweise bis auf 37 Grad.

„In Oberstdorf und Nürnberg wurde gestern mit 33,9 bzw. 35,1 Grad sogar der heißeste Junitag seit 1936 gemessen“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Und auch die Nacht zu Mittwoch blieb vielfach unangenehm warm. In Wiesbaden kühlte die Luft sogar nur auf rekordverdächtige 26 Grad ab. Damit war die Nacht in der hessischen Landeshauptstadt so warm wie der gestrige Tag in Palma de Mallorca. Auch in anderen Teilen des Landes bleiben die Tiefstwerte deutlich über 20 Grad und damit gab es dort eine tropische Nacht. 

Am Mittwoch wird noch mal eine Schippe Hitze und Schwüle draufgepackt. Wir erwarten heute den Höhepunkt der Hitzewelle mit Spitzenwerten zwischen bis zu 38 oder vielleicht sogar 39 Grad.

Tief Manni schaufelt weiter direkt aus Nordafrika die Hitze zu uns. Und da die dabei über das Mittelmeer muss, nimmt sie reichlich Feuchtigkeit auf. Deswegen ist die Luft bei uns derzeit auch so drückend schwül. Wenn wir schwitzen kann die Feuchtigkeit nicht mehr an die Umgebungsluft abgegeben werden, da die schon mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Die Folge: der Schweiß bleibt einfach auf uns kleben.

Am Mittwochmorgen gibt es allerdings im Süden schon erste Schauer und heftige Gewitter. Die können sich heute den ganzen Tag über bilden. Besonders gewittrig dürfte auch der morgige Donnerstag werden. Dann wird die heiße Luft nach Osteuropa abgedrängt. „Wir müssen denn leider wieder mit Unwettern rechnen. Die können lokal so richtig heftig und gefährlich werden. Da kann großkörniger Hagel und starker Regen dabei sein. Selbst die Bedingungen zur Bildung von Tornados sind gegeben“ sagt Wetterexperte Jung.

Die Wetterentwicklung der kommenden Tage im Detail:

Mittwoch: fast überall noch mal viel Sonne und 30 bis 38 Grad heiß, selbst an den Küsten ist es richtig warm, am Nachmittag dann lokal immer wieder teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich

Donnerstag: heute wird es im Osten am heißesten, dort werden bis zu 37 Grad erwartet, sonst 24 bis 34 Grad, dabei vor allem im Westen schon früh erste Schauer und Gewitter, die Abkühlung bringen

Freitag: im ganzen Land muss man bei 20 bis 29 Grad mit Schauern und Gewittern rechnen, die schwüle Luft verzieht sich langsam und man kann endlich die Wohnungen wieder kräftig durchlüften

Samstag: wechselhaft, nur im Osten freundlicher, dort auch am wärmsten, 21 bis 28 Grad

Sonntag: mal Sonne, mal Wolken, vor allem im Westen und Süden Schauer, nach Osten freundlicher, 15 bis 27 Grad

Montag: mal Sonne, mal Wolken, ab und zu Schauer, 15 bis 26 Grad

Dienstag: Sonne, Wolken und Schauer im Wechsel, 14 bis 23 Grad

Am wärmsten bleibt es in den Tagen nach der Hitzewelle im Osten. Dort gibt es auch deutlich weniger Schauer als im Westen, Süden oder Norden.

Steht uns ein heißer Sommer bevor?

„Nein. Die langfristigen Wettermodelle sehen keinen extrem warmen Sommer. Aber es wird auch kein kalter Sommer berechnet. Insgesamt werden die Temperaturen im Sommer dieses Jahr unterm Strich durchschnittlich ausfallen. Das schließt natürlich nicht aus, dass es wie derzeit einzelne kurze Hitzwellen geben kann“ so Diplom-Meteorologe Jung. Insgesamt wird der Sommer im Süden nach diesen Berechnungen nasser als normal ausfallen. Der Norden soll dagegen trockener als üblich davonkommen.

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