Wetter: Fröstelwetter zum Beginn des Siebenschläferzeitraums

Na, wer hat die Heizung schon wieder angeschaltet?

Verwunderlich wäre es derzeit nicht und so manche automatische Heizanlage dürfte in den vergangenen Tagen auch schon von selbst angesprungen sein. Ein Blick auf die Frühwerte von Mittwochmorgen könnte den Gedanken aufkommen lassen, dass wir uns mitten im Herbst befinden:

Kaiserslautern 4 Grad
Düsseldorf 5 Grad
Köln 5 Grad
Bonn 5 Grad
Idar-Oberstein 5 Grad
Gießen 6 Grad
Essen 7 Grad
Trier 7 Grad

Noch kälter war es sogar direkt über dem Erdboden in 5 cm Höhe. Hier kam es am Mittwochmorgen fast schon zu Bodenfrost:

Düsseldorf 1 Grad
Essen 3 Grad
Köln 3 Grad
Andernach 4 Grad
Trier 5 Grad

„Allzu oft kommen solche tiefen Werte Ende Juni nun wirklich nicht vor. Die Schafskälte scheint sich dieses Jahr etwas verspätet zu haben“ kommentiert Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net den Vorgang.

Und auch am Donnerstag ist keine Wetterbesserung in Sicht, ganz im Gegenteil, es wird in der Früh wohl noch einen Tick kälter sein als heute Morgen. Am frischesten wird es morgen zu Tagesbeginn wohl im Süden und Südosten sein, stellenweise kann es dann sogar Bodenfrost geben und das genau am Siebenschläfertag.

„Ab morgen beginnt für die Meteorologen und für den Sommer 2013 ein interessanter Zeitraum: der Siebenschläferzeitraum. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Wetter, dass Ende Juni und Anfang Juli herrscht auch die kommenden Sommerwochen erhalten bleibt“ so Wetterexperte Jung.

Den morgigen Siebenschläfertag allein zu betrachten macht dagegen keinen Sinn. Man muss sich schon die Wetterlage im gesamten Zeitraum ansehen. Außerdem wäre der Siebenschläfertag ohnehin eigentlich erst am 7. Juli. Es gab nämlich im Mittelalter eine Kalenderreform und die hat das ganze um 10 Tage verschoben. Aber wie dem auch sei, man konnte tatsächlich nachweisen, dass die Siebenschläferregel, wenn man sie denn auf den Zeitraum Ende Juni/Anfang Juli anwendet, im Süden eine Trefferquote von 70 und in der Mitte von 50 bis 60 Prozent. Im Norden liegt die Trefferquote allerdings nur bei unter 50 Prozent.

Wie könnte der Sommer denn nun werden?

Die letzten Junitage werden eher kühl und wechselhaft ausfallen. Es wird immer wieder Regen geben und es ist zeitweise sehr windig. Mehr als 20 Grad sind kaum drin. Ab Sonntag geht es dann aber mit den Werten langsam bergauf. Die ersten Julitage bringen ein Gemisch aus Sonne, Wolken und einzelnen Gewitterschauern und teilweise sommerlichen Werten um 25 Grad. Stellenweise kann es kommende Woche auf knapp 30 Grad rauf gehen.

Kurzum die Wetterlage ist im besagten Siebenschläferzeitraum auch nicht anders als bisher den ganzen Juni über: mal kühl, dann wieder warm bis heiß, zwischendurch gibt es Schauer und Gewitter mit kräftigem Regen.

Für die zweite Julihälfte und den August stehen die Zeichen also eher auf wechselhaft, mal warm, mal kühl.

Diplom-Meteorologe Jung: „Derzeit spricht alles für einen ganz normalen deutschen Sommer, wechselhaft und eher durchschnittlich. Das ist ohnehin das Muster eines typischen mitteleuropäischen Sommers. Gefühlt wird der Sommer den meisten Menschen wohl wieder zu „schlecht“ vorkommen. Dabei ist letztlich alles im Lot. Aber irgendwie steckt bei den meisten noch der Jahrhundertsommer von vor 10 Jahren in den Köpfen. Damals war es für unsere Breiten extrem heiß und trocken. Danach wurde nie wieder ein Sommer so heiß und so extrem trocken und das obwohl uns viele Klimaexperten damals prophezeit hatten, dass zukünftig alle Sommer immer heißer und trockener werden würden…nix war´s“

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