Wetter: Kommt der Winter jetzt doch noch auf Touren?

„Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch kein strenger mehr dahinter“. Das ist mittlerweile wohl die unsinnigste Bauernregel die wir kennen.

In den letzten Jahren lag diese Regel immer daneben. Im Winter 2011/2012 war es bis Ende Januar sehr mild, danach bekamen wir den heftigsten Kälteeinbruch in Europa seit 1986. Es gab damals über 500 Kältetote. Auch der Winter 2012/2013 war bis Mitte Januar eher ein sehr milder Geselle. Doch auch da traf die Regel erneut nicht zu: Ab Mitte Januar wurde es kalt und schneereich. Das winterliche Wetter dauerte sogar bis Anfang April 2013 an.

„Auch dieses Jahr ist diese Bauernregel ein echter Fehlgriff. Bisher hatten wir es mit einem milden Dezember und einer sehr milden ersten Januarhälfte zu tun. Doch nun wird es nach und nach immer kälter. Den Nordosten hat der Winter mit Kälte und Eis scheint erreicht. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gab es gestern verbreitet ein starkes Glatteis-Chaos“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Zum dritten Mal in Folge verfährt der Winter nun scheinbar nach einem ähnlichen Muster: nach einer überwiegend milden ersten Hälfte kommt pünktlich zur zweiten Hälfte die Umstellung der Großwetterlage. Das sich etwas umgestellt hat, zeigt auch der Blick nach Osteuropa und dort Richtung Russland und Sibirien. In den letzten Wochen war es dort für die Jahreszeit viel zu warm. Doch in den kommenden 7 Tagen wird es dort nun deutlich zu kalt werden.

WIESO GAB ES AM MONTAG UND DIENSTAG IM NORDOSTEN EXTREMES GLATTEIS

Die kalte Luft hat den Nordosten nun voll im Griff, allerdings kam zunächst nur die bodennahe Kaltluft im Nordosten an. Das heißt die tiefen Schichten inklusive dem Erdboden konnten sich stark auskühlen. Dort lagen die Werte teilweise bei minus 3 Grad. Der Erdboden konnte gefrieren. In der Höhe aber, also in 1000 bis 1500 Metern, war es dagegen noch deutlich milder. Warme Luft lag über der bodennahen Kaltluft. Schneeflocken die in diese milde Schicht aus noch größerer Höhe fielen tauten also und wurden zu Regentropfen. Diese Regentropfen kamen dann in die bodennahe Kaltluft und wurden dann zu Eis bzw. der Regen traf auf den gefrorenen Boden auf und bildete zum Teil extremes Glatteis.

Doch damit ist nun bald Schluss, denn auch in der Höhe wird nun die milde Luft nach und nach durch kalte Luft ersetzt und damit fällt durchweg Schnee.

IM NORDOSTEN IMMER EISIGER

In den kommenden Tagen bekommen wir es mit einer markten Luftmassengrenze zu tun. „Der Nordosten wird buchstäblich zum Eisschrank der Nation“ so Wetterexperte Jung. In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und teilweise auch Hamburg, Niedersachsen und Sachsen muss man selbst am Tag nur noch mit Höchstwerten zwischen minus 8 und minus 3 Grad rechnen.

Ganz anders dagegen sieht die Lage Richtung Südwesten aus. Dort werden weiterhin Höchstwerte bis 4 oder 5 Grad über Null erreicht. Zum Wochenende schaffen es aber auch dort die Temperaturen kaum noch über die 0-Grad-Marke.

In den Nächsten müssen wir allerdings fast überall mit Frost rechnen. Im Nordosten können die Nachtwerte auf minus 9 bis minus 14 Grad sinken.

Dabei kommt es häufig zu Niederschlägen. Richtung Nordosten und in den Mittelgebirgen fallen diese meist durchweg als Schnee. Sonst ist es Schneeregen oder zum Teil auch gefrierender Regen.

Fazit: Der Winter nimmt langsam Fahrt auf…