Wetter: Mini-Winter in Sachsen?

Am kommenden Samstag ist der Welttag des Schneemanns.

„Das wird für die Schneemänner in Deutschland dieses Jahr eine eher traurige Angelegenheit werden, denn der Januar ist so mild wie selten zuvor. Schneemänner sucht man meist vergebens“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Der Januar 2014 ist zur Hälfte rum und bisher liegt die Mitteltemperatur in Deutschland bei 4,7 Grad. Nur im Januar 2007 war sie mit 4,8 Grad ein Zehntelgrad höher. Damit haben wir derzeit den zweitwärmsten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 100 Jahren.

Noch letzten Freitag war in einigen Medien zu lesen, dass uns diese Woche eine Schneewalze und sogar Eiswinde ins Haus stehen sollen, doch davon sind wir diese Woche – wie eigentlich auch erwartet- weit entfernt. Die Höchstwerte erreichen heute 4 bis 10 Grad und das im Plusbereich. Diese Prognose einiger Kollegen ging gründlich daneben- sehr zum Leidwesen aller Winterfreunde und der Skiliftbetreiber. Wintersport ist in den deutschen Mittelgebirgen derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Auch in den Alpen muss man dieser Tage schon hoch hinaus (über 1000 bis 1500 Meter) um auf gute oder sogar sehr gute Wintersportbedingungen zu treffen.

Während der Langfristtrend des amerikanischen Wetterdienstes (Climate Forecast System) im September 2013 von einem eher zu kalten Januar und Februar ausgingen, wurden die Trends Ende Dezember auf einen eher zu milden Januar und Februar korrigiert und genau das scheint sich nun zu bewahrheiten. Wenn man sich die Prognosen für die kommenden 5 bis 10 Tage anschaut, dann ist es derzeit völlig ausgeschlossen, dass der Januar 2014 noch „zu kalt“ ausfallen könnte. Derzeit liegen die Temperaturen 5,3 Grad über den Durchschnittswerten der Jahre 1961 bis 1990.

„Da müsste schon noch ein Wunder geschehen, damit der Januar verglichen mit dem langjährigen Mittel „zu kalt“ ausfallen sollte“ erklärt Wetterexperte Jung.

Entsprechend groß ist auch der Frust bei allen Winterfreunden. „Mehrmals am Tag erhalten wir Zuschriften mit der Frage, wo denn der Winter bleibt und wieso es derzeit so mild ist“ so Jung weiter. Andere wiederum freuen sich über das milde Wetter. Straßenmeistereien und private Winterdienstanbieter haben kaum Winterdiensteinsätze zu fahren und sparen eine Menge Personal und Ressourcen. Auch die Bahn- und Flugreisenden freuen sich: Es gibt nur selten witterungsbedingte Ausfälle.

Was bringen uns die kommenden Tage:

Freitag: 4 bis 10 Grad, im Südosten Regen, sonst viele Wolken aber trocken

Samstag: 2 bis 8 Grad, stark bewölkt bis bedeckt, teils neblig, aber weitgehend trocken

Sonntag: 0 bis 8 Grad, im Nordosten Schneeregen oder Schnee, sonst stark bewölkt und kaum Niederschlag

Montag: minus 2 bis plus 7 Grad, im Nordosten weiterhin Winterwetter light mit Schneefall, teilweise auch Eisregen, sonst ab und zu Regen oder Schneeregen

Dienstag: minus 2 bis plus 5 Grad, im Nordosten weiterhin Schneefall möglich, Richtung Südwesten eher nass-kalt mit einzelnen Regenschauern, in höheren Lagen auch Schneeschauern

Mittwoch: 1 bis 7 Grad, insgesamt wieder überall milder, viele Wolken und zeitweise etwas Regen

Donnerstag: 2 bis 5 Grad, mal Sonne, mal Wolken dazwischen einzelne Regenschauer

WINTERCHEN FÜR DEN NORDOSTEN

Etwa ab Samstag bis einschließlich Dienstag könnte sich im Nordosten (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teile von Sachsen) ein Mini-Winter einstellen. Aus Osten kommt schnalst eine kleine Kältezunge herein. Diese würden in den angesprochenen Regionen auch am Tag leichten Frost bringen. Dazu gibt es nach heutigem Stand auch etwas Schnee, teilweise auch Eisregen. Im großen Rest bleibt es aber eher nass-kalt und am Tag klettern die Werte deutlich über den Gefrierpunkt. Nachts muss man aber überall mit leichtem Frost rechnen.

TREND BIS MONATSENDE

Die kalte Luft aus Osten gibt nicht auf. Sie versucht sich immer wieder gegen die milde Atlantikluft durchzusetzen, doch sind ihre Erfolge immer nur sehr spärlich. Es deutet sich zu Monatsende in den Berechnungen zwar wieder einmal winterliches Wetter mit Schnee, Eis und Kälte für weite Teile des Landes an, doch sind diese Berechnungen mit Vorsicht zu genießen. In den letzten Wochen gab es diese Prognosen immer wieder in den Modellen. Wenn der eigentliche Zeitraum erreicht wurde, war von diesen winterlichen Prognosen dann meist nicht mehr viel übrig.

Für den März simuliert das amerikanische Langfristmodell (CFS) derzeit deutlich zu tiefe Temperaturen. Ob das auch tatsächlich so eintritt und wir wieder sehr lange auf das Frühjahr warten müssen, ist allerdings noch offen…