Wetter: Sonnenfinsternis zum kalendarischen Frühlingsstart

Am kommenden Freitag, zum kalendarischen Frühlingsstart, steht Deutschland eine Sonnenfinsternis bevor, genauer gesagt eine partielle Sonnenfinsternis.

Was ist das genau? Wo kann man das Ereignis am besten verfolgen? Wie muss man sich schützen? Drohen Gefahren? Dazu gibt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net die Antworten:

1. Was ist eine Sonnenfinsternis?

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Doch wie kann die Sonne, die rund 400 mal größer als der Mond ist von diesem verdeckt werden? Passenderweise ist die Sonne auch 400 mal weiter von der Erde entfernt als der Mond und daher erscheinen beide Himmelskörper an unserem Himmel gleich groß. Daher kann der Mond durchaus die Sonne für uns auf der Erde zu 100 Prozent bedecken. Eine sogenannte totale Sonnenfinsternis gab es in Deutschland zuletzt am 11. August 1999. Am kommenden Freitag gibt es zwar wieder eine totale Sonnenfinsternis, total wird sie aber nur in der Region um Spitzbergen, Grönland und das europäische Nordmeer wahrnehmbar sein. In Mitteleuropa wird der Bedeckungsgrad der Sonne „nur“ zwischen 60 und 85 Prozent liegen. Daher ist es hier eine partielle Sonnenfinsternis.

Die größte Bedeckung gibt es in Deutschland in Flensburg mit rund 82,1 Prozent. In Berlin werden es 74,2 Prozent sein. In Wien (Österreich) nur 62,9 Prozent. Je weiter südlich, desto weniger deutlich wird also die Bedeckung ausfallen.

Die nächste totale Sonnenfinsternis in Deutschland wird es nach 1999 erst am 3. September 2081 geben. Für viele Leser dieser Wettermitteilung und den Verfasser selbst dürfte es daher ziemlich eng werden 

2. Wie wird das Wetter zur partiellen Sonnenfinsternis sein?

In Berlin beginnt das Spektakel gegen 9.38 Uhr. Es endet dort um 11.58 Uhr. Pünktlich zur Sonnenfinsternis schieben sich dann allerdings Wolken aus Nordwesten nach Deutschland. In Flensburg, wo die Bedeckung der Sonne am größten sein wird, dort wird ausgerechnet auch die Wolkenbedeckung am dicksten ausfallen. Im gesamten Nordwesten ist der Himmel dicht: Bremen, Emden, Hamburg, Kiel…dort wird man kaum einen Blick auf die Sonne werfen können.

Nach Nordosten könnte es gerade so noch klappen: Berlin oder Potsdam haben eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass sie etwas von der Sonnenfinsternis sehen können.

Die besten Chancen hat man entlang des Mains sowie südlich davon. Frankfurt, Saarbrücken, Nürnberg oder München haben eine Wahrscheinlichkeit von 85 bis 90 Prozent dass sie einen guten Blick auf die Sonne haben. Hier kommen die Wolken erst später an.

3. Wie sollte ich mich bei der Sonnenfinsternis persönlich schützen? Drohen weitere Gefahren?

Auf keinen Fall darf man ohne entsprechende Schutzbrille in die Sonne schauen. Dies kann schwere und vor allen Dingen irreparable Schäden an den Augen hervorrufen. Es gibt entsprechende Schutzbrillen. Diese kann man beispielsweise bei einem Optikgeschäft erhalten. Im Bereich der totalen Sonnenfinsternis wird es in der Tat stockdunkel. Bei uns wird es allerdings nicht die totale Dunkelheit geben, da es in Deutschland nur für eine partielle Sonnenfinsternis reicht. Trotzdem kann es kurzzeitig etwas dunkler und auch kälter werden, da aufgrund des deutlich geringeren Sonnenlichts eine leichte Abkühlung einsetzt. Zudem wurde bereits mehrfach darüber spekuliert, ob das Stromnetz Probleme bekommen könnte, wenn schlagartig die Sonneneinstrahlung abfällt. Immerhin gibt es mittlerweile einen hohen Anteil an Photovoltaik-Anlagen. Das ist allerdings eher fraglich. In den vergangenen Tagen gab es einen Hype um einen drohenden Blackout im Stromnetz. Dieser erinnert etwas an die „Jahr 2000“ Problematik, als viele Experten dachten die Computerwelt würden beim Übergang vom 31.12.1999 auf den 1.1.2000 zusammenbrechen. Passiert war nichts…