Wetter: Winter 2015/16 könnte extrem zu warm werden!

Bereits vor einem Monat hatten wir darüber berichtet, dass der langfristige Wettertrend des US-Wetterbehörde NOAA für Europa einen eher zu milden und nassen Winter identifiziert hat.

NOAA, das ist übrigens die National Oceanic and Atmospheric Administration, die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten. Sie wurde 1970 gegründet und untersteht als Bundesbehörde der Vereinigten Staaten direkt dem Handelsministerium. Es handelt sich um eine seriöse Einrichtung und einen der größten staatlichen Wetterdienste der Welt. Die Behörde wurde gegründet, um die nationalen Ozean- und Atmosphärendienste der USA zu koordinieren. Die Behörde betreibt Wettermodelle, die weltweite Wetterprognosen und Klimatrends erstellen, sich also nicht nur auf das Gebiet der USA beschränken. Wie wir wissen, sind unsere amerikanischen Freunde ja gerne weltweit gut aufgestellt. So auch in Sachen Wetter und Klima.

„Auch der aktuelle Klimatrend für die Monate Dezember bis Februar bleibt dabei: es steht uns demnach ein milder Winter bevor. Im Vergleich zu vor vier Wochen wurden die Temperaturen sogar noch mal einen ganzen Tick höher berechnet. Nun ist in weiten Teilen Europas nicht nur mehr die Rede von bis zu 2 Grad höheren Durchschnittswerten, sondern sogar um 2 bis 3 Grad höheren Temperaturen“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net die neusten Ergebnisse des CFS (Climate Forecast Model) der Wetterbehörde NOAA.

Man muss auf der aktuellen Klimatrendkarte schon genau suchen, um irgendeine Ecke in Europa zu finden, in der die kommende Winter „durchschnittlich“ oder sogar „etwas kälter“ ausfallen könnte. Über alle drei Wintermonate gemittelt soll es besonders von Deutschland über Osteuropa bis nach Russland deutlich zu mild sein. Das wäre ein klassischer Mildwinter wie wir ihn in den vergangenen 30 Jahren so oft erlebt haben. Da auch in Sachen Niederschläge deutlich höhere Werte (grüne Farbtöne) als im langjährigen Durchschnitt angekündigt werden (siehe nachfolgende Grafik) könnte dies in der Tat auf den klassischen Westlagen-Winter hindeuten.

Das würde bedeuten: vom Atlantik kommen immer wieder Tiefdruckgebiete nach Europa und diese bringen erfahrungsgemäß sehr milde Luft und jede Menge Regen, aber naturgemäß sicher auch Sturm im Gepäck.

Natürlich werden nun wieder einige Kollegen der Branche laut aufschreien: „Was präsentiert denn der Jung da schon wieder? Das ist doch nur ein Klimamodell, welches noch recht neu bzw. experimentell ist.“

„Dazu muss man ganz klar festhalten, dass es derzeit eine der wenigen Möglichkeiten ist, um überhaupt irgendwelche längerfristigen Aussagen zu bekommen. Die US-Wetterbehörde NOAA ist eine renommierte Einrichtung und weltweit in Fachkreisen anerkannt. Genau wie ihre täglichen Wettervorhersagegen so sind auch deren langfristigen Klimatrends nach bestem Fachwissen erstellt“ so Wetterexperte Jung.

Übrigens benutzt in Deutschland fast jeder private Wetterdienst die Vorhersagen der US-Wetterbehörde NOAA. Man nimmt deren Dienste gerne in Anspruch. „Ich kann auf Anhieb eine ganze Reihe von Wetterdiensten nennen, die die NOAA-Prognosen nutzen. Darunter sind auch einige Kollegen, die sich öffentlich gerne kritisch äußern. Selbst in der kleinen Welt der Wetterfrösche ist die Missgunst einiger Kollegen recht groß“ bedauert Jung.

Die Ergebnisse des Klimamodells sind für jedermann frei zugänglich und damit kein Geheimnis. Die öffentliche Verbreitung ist somit auch gewünscht. Natürlich immer mit dem Hinweis, dass die Trefferquote dieser Klimatrends nicht gerade die besten sind. So ein Trend kann nun mal nur sehr grobe Abschätzungen darüber machen, ob ein Monat kälter oder wärmer werden könnte. Diese Trends können uns nicht sagen, ob dieses Jahr an Weihnachten Schnee liegt oder nicht.

Die Klimatrends von NOAA sind damit allemal seriöser als irgendwelche Winteraussagen, die aus dem Verhalten von Tieren oder dem Wachstum von Pflanzen herausgelesen werden. Keine Pflanze und auch kein Tier kann irgendwelche Aussagen zu Wetter- oder Klima der nächsten Monate machen. Wie auch? Derzeit kursieren in den Medien Gerüchte über einen Jahrhundert- oder gar Jahrtausendwinter. Ausgelöst wurde diese Prognose angeblich von einer Königskerze, einer Pflanze an der man angeblich das Wetter der nächsten Monate ablesen kann.

„Solche Aussagen entbehren allerdings jeder wissenschaftlichen Grundlage, haben aber zugegebenermaßen einen hohen Unterhaltungswert“ so Jung schmunzelnd.

Wie der Winter 2015/2016 letztlich wirklich wird, das wissen wir ganz bestimmt erst Ende Februar 2016. Dann endet nämlich der meteorologische Winter…wir sind gespannt!

Kurz zurück zum aktuellen Wetter…das entwickelt sich in den nächsten Tagen so:

Donnerstag: 8 bis 15 Grad, bedeckt, kaum Sonne, ab und zu leichter Regen

Freitag: 9 bis 16 Grad, Sonne und Wolken im Mix, trocken

Samstag: 13 bis 20 Grad, vielfach nach Nebelauflösung freundlich und trocken

Sonntag: 11 bis 15 Grad, mehr Wolken, ab und zu Regen

Montag: 12 bis 19 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, später Schauer

Dienstag: 10 bis 18 Grad, erst zeitweise Sonne, später aus Westen Regen

Mittwoch: 8 bis 12 Grad, viele Wolken, gelegentlich Regen

Insgesamt machen die Temperaturen einen deutlichen Satz nach oben. Am Samstag können sogar bis zu 20 Grad erreicht werden. Kaum zu glauben, dass es vor einer Woche noch bis auf 250 m herab Schnee gab. Danach scheint es allerdings wieder kälter zu werden. Spitzenwerte von 20 Grad sind für die aktuelle Jahreszeit allerdings ohnehin zu hoch.