Wetter-Wirrwarr zum kalendarischen Sommeranfang!

Als Meteorologe bekommt man ja so einige Fragen zu Wetter und Klima gestellt, in den letzten Tagen wurde aber eine Frage besonders häufig gestellt und die ist für die Wetterfrösche nicht gerade sehr schmeichelhaft: Sind die Wettervorhersagen in letzter Zeit schlechter geworden?

Egal wo man schau, liest oder zuhört, ob im TV, in den Zeitungen oder im Radio, jeder sagt etwas anderes und am Schluss kommt es noch mal ganz anders.

In der Tat erfordert die Erstellung von ortgenauen Wetterprognosen in den letzten Tagen und Wochen von den Diplom-Meteorologen sehr viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Hintergrundwissen, denn die Wetterlage gibt sich sehr wechselhaft. Bei dieser Ausgangslage ist es schwer für die kommenden drei oder vier Tage ortgenaue und vor allen Dingen uhrzeitgenaue Prognosen abzugeben. Schauer und Gewitter können in der schwül-warmen, ja fast schon tropischen Luftmasse, jederzeit und überall auftreten. Wo heute noch für morgen Sonne vorhergesagt wurde, kann es dann tatsächlich Regen geben und umgekehrt.

„Man muss ehrlicherweise sagen, dass selbst die Meteorologen bei diesem Wetter-Wirrwarr derzeit ganz schön ins Schwitzen kommen. Allerdings geben das viele Kollegen in diesem Metier nur sehr ungern zu oder verschweigen diesen Umstand lieber“ sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET schmunzelnd. 

Am Donnerstag erwartet uns nun die kürzeste Nacht und der längste Tag und das ist das Zeichen für den Start des kalendarischen Sommers 2012. Wirklich unsommerlich fällt der Start gar nicht mal aus. Es gibt alles was zu einem typisch mitteleuropäischen Sommer dazugehört: Sonne, Wolken, Schwüle, Hitze und Gewitter.

Der Donnerstag bringt im Süden 25 bis 30 Grad warme Luft, im Norden ist es mit 20 bis 24 Grad etwas frischer. Dazu scheint vielfach die Sonne. Zwischendurch bilden sich aber vor allem im Süden und der Mitte zum Teil wieder heftige Gewitter. Der Freitag bringt dann spürbar trockenere und frischere Luft. Bei 17 bis 25 Grad kann man endlich wieder durchatmen. Während es zu Tagesbeginn noch einzelne Schauer gibt, ist es später zunehmend trocken. Das heißt alle Fußballfans und solche die es noch werden wollen dürfen sich freuen: beim Viertelfinalspiel Griechenland gegen Deutschland ab 20.45 Uhr herrscht in Deutschland wieder überall tolles Public Viewing Wetter – es kann also bis in die Nacht hinein gefeiert werden!

Der Samstag und der Sonntag bringen einen Wechsel aus Sonne und Wolken. Hier und da gibt es mal ein kurzes Gewitter. Die Luft erwärmt sich am Samstag auf 18 bis 25 Grad, der Sonntag bringt Werten zwischen 20 und 29 Grad.

Wetter bringt enorme Belastung für den Kreislauf

Derzeit ist es im ganzen Land sehr schwül. Selbst im aktuellen Dauerregen im Westen ist die Luft bei Werten um 20 Grad weiterhin sehr schwül. Teilweise gab es sogar wieder eine tropische Nacht, d.h. der Tiefstwert der Nacht ging nicht unter 20 Grad. Für Mitteleuropäer ist dieses Klima nur schwer zu ertragen, da man es einfach nicht gewöhnt ist. „So mancher Kreislauf steht daher heute auf wackligen Beinen“ so Wetterexperte Jung. In Berlin ist es derzeit trocken und das bei 18 Grad und einer Luftfeuchte von 88% – das ist so schwül wie in den Tropen!