Wie sieht die Zukunft der Städtischen Theater Chemnitz aus?

Immer wieder gab es zähe Verhandlungen zu einem Haustarifvertrag – zuletzt 2013 – bei dem der Spagat zwischen den steigenden Kosten und dem Erhalt der künstlerischen Qualität in allen fünf Sparten des Hauses geschafft werden musste.

Die Stadt Chemnitz, die die Finanzierung zu zwei Dritteln stemmt, bezuschusst Oper, Schauspiel, Ballett, Philharmonie und Figurentheater derzeit mit mehr als 26 Millionen Euro im Jahr.

Der Haustarifvertrag ist noch bis 2018 gültig, danach sollen die Städtischen Theater zum Flächentarif zurückkehren – was mit deutlichen Mehrkosten für die Stadt verbunden ist.

Unter diesen Voraussetzungen sollte Generalintendant Christoph Dittrich ein Zukunftskonzept für das Haus entwickeln. Mehrere Varianten sollen in der Schublade Dittrichs liegen, der seinen Vertrag in Chemnitz erst im April bis zum Jahr 2023 verlängert hat.

Eine davon ist die Schaffung eines Kulturquartiers rund um das Opernhaus. Dazu soll auf den freien Flächen hinter dem Theaterplatz ein großer Neubau entstehen, in den Probebühnen, Kostümfundus und weitere Abteilungen ziehen sollen.

Bislang sind Teile des Theaterbetriebs im gesamten Stadtgebiet verteilt. Diese Mieten könnten dabei eingespart werden.

Außerdem ist in diesem Plan auch ein neues Schauspielhaus hinter der Oper vorgesehen. Am alten Standort an der Zieschestraße besteht ein hoher Sanierungsbedarf.

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Interview: Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant Städtische Theater Chemnitz

Die Idee eines Kulturquartiers am Theaterplatz ist bislang auf geteiltes Echo gestossen. Besonders die Frage der Finanzierung treibt die Verantwortlichen um. Zumindest für den Neubau eines Requisiten- und Probebühnenkomplexes könnte ein Investitionsprogramm des Freistaats genutzt werden.

Doch rechtfertigen die prognostizisten Einsparungen und das Prestige eines neuen Schauspielhauses die im Raum stehenden Kosten von geschätzten 50 Millionen Euro?

Um die Pläne finanzieren zu können, ist auch ein freiwilliger Gehaltsverzicht der Mitarbeiter im Gespräch. Doch noch drängt laut Theaterleitung nicht die Zeit. Vielmehr will man sich im Dialog mit dem Chemnitzer Stadtrat und dem Aufsichtsrat mit aller Ruhe zu den Details und möglichen Alternativen verständigen.

Interview: Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant Städtische Theater Chemnitz

Eines scheint bei der Diskussion aber klar – ein „Weiter wie bisher“ wird es wohl nicht geben.

Die Kernfrage aber bleibt wie in den Jahren zuvor bestehen: Kann und will sich die Stadt Chemnitz ein Theater mit all seinen fünf Sparten und seiner nachgewiesenen hohen künstlerischen Qualität leisten?