Wie und wo wird die Radioaktivität in Deutschland überwacht?

In Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst für die Überwachung der Radioaktivität verantwortlich. Bei einem Kernkraftwersunfall startet er Berechnungen die die Ausbreitung der eventuell radioaktiv kontaminierten Luftmassen simulieren. Alle Details unter www.dresden-fernsehen.de +++

Die gemessenen und ausgewerteten Daten werden vom DWD an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie das Bundesamt für Strahlenschutz weitergeleitet, die für die eventuell erforderliche Information und Warnung der Bevölkerung verantwortlich sind.

Das „Gesetz über den Deutschen Wetterdienst“, das Strahlenschutzvorsorgegesetz und die Strahlenschutzverordnung übertragen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) Aufgaben des Strahlenschutzes: Seit 1955 überwacht der DWD deshalb die Radioaktivität in der Atmosphäre, berechnet zeitnah mit Hilfe meteorologischer Prognosen die Ausbreitung radioaktiver Schadstoffe und misst deren Aktivität.
Der nationale Wetterdienst sammelt an insgesamt 48 Radioaktivitätsmessstellen Daten, betreibt ein radiochemisches Labor und führt Flugzeugmessungen durch.

Der DWD ist im Bereich der Radioaktivitätsmessung auch international fest eingebunden: Er hat sich in den Vereinbarungen mit der Weltorganisation für Meteorologie (WMO, World Meteorological Organization) und der Internationalen Atom Energie Organisation (IAEA, International Atomic Energy Agency) zur schnellen Bereitstellung von Ausbreitungsprognosen im Ernstfall verpflichtet.

Im Rahmen des internationalen Messprogramms der WMO erfasst der DWD auf der Zugspitze radioaktive Elemente, wie zum Beispiel das Edelgas Radon-222.

Die Experten des Deutschen Wetterdienstes messen die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung einzelner radioaktiver Teilchen oder die Summe der Alpha- bzw. Betaaktivität. Die radioaktiven Teilchen sind an den Staub in der Atmosphäre gebunden – befinden sich im Niederschlag oder sind gasförmig in der Atmosphäre verteilt.

Welches Messverfahren verwendet wird, hängt von der Art der zu messenden Strahlung ab. Insbesondere durch die Messung der charakteristischen Gammastrahlung ist bei fast allen radioaktiven Teilchen eine direkte Identifizierung möglich.

An zwei besonderen Spurenmessstellen des DWD saugt eine Pumpe rund eine Woche lang circa 1.000 Kubikmeter Luft pro Stunde durch einen Filter: Dadurch lässt sich ungefähr ein Zehnmillionstel dessen, was an Radioaktivität nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl in der bodennahen Luft war, nachweisen. Da im nuklearen Katastrophenfall auch in der höheren Atmosphäre mit Radioaktivität zu rechnen ist, setzt der DWD auch ein Flugzeug ein, das speziell für die Probeentnahme und Messung an Bord ausgerüstet ist.

Sollten Informationen über einen Kernkraftwerksunfall vorliegen, startet der Deutsche Wetterdienst innerhalb kürzester Zeit Berechnungen, die die Ausbreitung der eventuell radioaktiv kontaminierten Luftmassen simulieren. Innerhalb von nur 30 Minuten erstellt der DWD zudem Prognosen über die zu erwartende Größenordnung der Radioaktivität in der Luft und im Niederschlag.

Das Radioaktivitätsmessnetz für Deutschland finden Sie hier.

Wo sind die Messstellen im Bundesgebiet?

Quelle: Deutscher Wetterdienst

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